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Auf die Probe gestellt: Das Junge Ensemble am Theater Hameln übt derzeit die überarbeitete Fassung eines Klassikers ein

Dieses „Mädchen-Ding“ ist auch ein „Jungensport“

Hameln. Rot, gelb, grün und blau lachen die Scheinwerfer die Bühne an. Einsam steht ein Kaffeebecher am Rand in der Dunkelheit. Davor ein verlassener Holzhocker. Mark Kewitsch steht oben. Inmitten einer Spielszene – mit einem Skript in der Hand und immer einem guten Ratschlag auf den Lippen. „Sei neugieriger“, sagt er. „Das war schön, das war richtig cool.“ Oder: „Leg das Manuskript mal weg – und bitte mach die Szene noch mal.“ Und: „Das macht Dich jetzt ein bisschen stolz. Weißte, wie ich das meine?“ Der Theaterpädagoge souffliert, korrigiert, interveniert.

veröffentlicht am 14.02.2011 um 16:32 Uhr
aktualisiert am 01.11.2016 um 02:41 Uhr

Testen schon einmal die Theaterbühne, ehe sie im Sommer hier ihre Eigenproduktion aufführen: Julia Stollberg, Anna-Charlotte Sch

Autor:

Julia Marre
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Um ihn herum im Probenraum sind acht Schüler im Alter von 15 bis 20 Jahren. Einige spielen, andere sehen zu, lesen ihren Text, unterhalten sich leise, summen Grönemeyer-Lieder. Seit November treffen sie sich regelmäßig im Jungen Ensemble des Theaters Hameln. Sandra Becker und Andreas Widenka sind zwei von ihnen. „Unsere Rollen erarbeiten wir Stück für Stück“, erklärt die 20-jährige Schülerin. Theater kennt sie zwar aus der Schule. Am Schiller-Gymnasium hat die Hessisch Oldendorferin das Seminarfach Theater belegt. Aber selbst schauspielern, das ist neu für sie. „Das hier ist einfach professioneller als Theater-AGs an der Schule“, sagt Andreas Widenka. Deswegen mache es auch viel mehr Spaß. „Und wir haben ein größeres Ziel als jede Schul-AG“, ergänzt Sandra Becker. Das Ziel: eine Aufführung im Theater. Voraussichtlich im Juni, an zwei aufeinanderfolgenden Tagen. Das Stück: die überarbeitete, zeitgemäße Fassung eines Klassikers. „Wir haben uns kürzlich den Film dazu angesehen, das war ganz hilfreich“, erklärt Mark Kewitsch. Der Ansatz des Theaterpädagogen bei der Inszenierung: Stück für Stück das Schauspiel zu erarbeiten. Nach einer ersten Leseprobe nähert er sich mit den Laien langsam dem Inhalt und den Charakteren. Das junge Ensemble versammelt Interessenten aus den verschiedensten Ecken. Manche hat Kewitsch durch Schul-Workshops begeistern können. Auch einige männliche Darsteller sind dabei. „Für die ist es so wie in der Tanzschule: Sie denken, es ist ein Mädchen-Ding, dabei ist Theater auch ein Jungensport“, sagt Kewitsch.

Auch neben dem Jungen Ensemble hat der Theaterpädagoge „eine Menge guter Projekte“: In einem „Iwein“-Projekt am Vikilu etwa, das im Theater aufgeführt werden soll, ergänzt er eine Choreografie collagenartig um Schauspielszenen. An der Pestalozzi-Schule ist ein offenes Projekt mit Sechstklässlern in Planung. In den Osterferien wird es einen Workshop unter dem Arbeitstitel „Generationen-Pingpong“ geben. „Daran können nicht nur Kinder und Jugendliche, sondern auch Ältere teilnehmen“, sagt Kewitsch. Das Spielzeitmotto „Alter. Jugend. Generationen“ soll darin aufgegriffen werden.

Mit dem Theaterspielen hat auch Mark Kewitsch zur Schulzeit angefangen. Warum das jeder Jugendliche tun sollte? Darauf hat der Theaterpädagoge gleich mehrere Antworten: „Weil man gemeinsam kreativ sein und das auch zeigen kann, weil sich schnell ein Teamgeist entwickelt, weil man sich ganz anders als sonst begegnet.“

Kontakt zum Theaterpädagogen Mark Kewitsch: Tel. 0 51 51/ 916-233.



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