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„Anna Karenina“: So ungewöhnlich verfilmt Regisseur Joe Wright den Literaturklassiker von Leo Tolstoi

Dieser Kostümschinken ist zum Glück vegetarisch

Keine Angst vor großer Literatur. „Anna Karenina“ zählt zu den bedeutendsten Werken der Weltliteratur. Neben „Krieg und Frieden“ ist es der berühmteste Roman von Leo Tolstoi, darüber hinaus bereits oft für die große Leinwand adaptiert. Tom Stoppard, einer der wichtigsten zeitgenössischen Dramatiker Englands, hat den Wälzer zu einem ungewöhnlichen Drehbuch verdichtet. Daraus hat Regisseur Joe Wright – mit der Verfilmung von Jane Austens „Stolz und Vorurteil“ einschlägig vorbelastet – einen nicht minder ungewöhnlichen Film gemacht. Das beginnt schon damit, dass sich ein Theatervorhang öffnet und sich die Handlung auf einer Bühne zu entwickeln scheint. Doch plötzlich verschwinden wie von unsichtbarer Hand die Kulissen, Wände öffnen sich, die Kamera erkundet neue Räume, einen Ballsaal, eine Pferderennbahn oder die freie Natur. Eine aufregende Annäherung an den Roman, die aber nicht überstrapaziert wird.

veröffentlicht am 13.12.2012 um 14:27 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 10:21 Uhr

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Autor:

Michael Ranze
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Wer die Handlung noch nicht kennt: Anna Karenina (Keira Knightley), Ehefrau des hochrangigen Regierungsbeamten Karenin (Jude Law), fährt im Jahr 1874 mit dem Zug von St. Petersburg nach Moskau. Sie möchte die Ehe ihres Bruders Oblonskij (Matthew Macfadyen) mit Dolly (Kelly Macdonald) retten. Bei der Ankunft lernt sie im Bahnhof den Kavallerie-Offizier Wronski (Aaron Taylor-Johnson) kennen. Es ist Liebe auf den ersten Blick. Sie verlässt Mann und Sohn, er sein Regiment. Doch die Adelsgesellschaft ist nicht bereit, einen derartigen Skandal zu dulden.

Die Inszenierung auf dem Theater hat natürlich einen Sinn: Als Zuschauer blickt man nicht nur auf eine steife Gesellschaft, die das Leben nur darstellt und Gefühle und Gedanken somit verbirgt – man ist zugleich Beobachter und Beteiligter. Die Übergänge in die unterschiedlichen Schauplätze sind stilistisch und optisch perfekt inszeniert, die Schauspieler – allen voran Jude Law als steifer und geduldiger Gatte und natürlich die schöne, zerbrechliche Keira Knightley, die für Joe Wright bereits in „Stolz und Vorurteil“ und „Abbitte“ vor der Kamera stand – spielen hervorragend. Eine sehr moderne Literaturverfilmung, die Tolstois Roman in neuem Licht erscheinen lässt und ihm trotzdem gerecht wird.

„Anna Karenina“ läuft im Maxx-Kino Hameln derzeit täglich außer Samstag um 16.30, zudem täglich um 19.30 Uhr. Die Kronen-Lichtspiele Bad Pyrmont zeigen den Film ab dem 10. Januar.

Bühne frei für eine selbstzerstörerische Liebe : Kavallerie-Offizier Wronski (Aaron Taylor-Johnson) und Anna (Keira Knightley). Foto: Universal Pictures



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