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Intendant Christian Seeler im Gespräch

Die zwei Gesichter des Ohnsorg-Theaters

Hameln. In den 60ern waren die Fernseh-Übertragungen der Ohnsorg-Theateraufführungen wahre Straßenfeger. „Die erzielten eine heute unvorstellbare Quote von 80 Prozent“, wusste Ohnsorg-Intendant Christian Seeler den Freunden des Theaters Hameln zu berichten. Mehrmals in der Spielzeit lädt der von Norbert Esser geleitete Theaterstammtisch Theaterschaffende zum Gespräch ein. Mit dem 51-jährigen Christian Seeler, der seit 15 Jahren die Geschicke der Hamburger Traditionsbühne lenkt, konnte Esser nicht nur einen exzellenten Kenner des Volkstheaters, sondern auch einen schier unerschöpflichen Anekdotenquell präsentieren.

veröffentlicht am 05.02.2010 um 23:00 Uhr
aktualisiert am 02.11.2016 um 08:41 Uhr

„Wir müssen und werden dem Volkstheater eine Zukunft schaf

Autor:

Ernst August Wolf
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Erinnerungen wurden wach: an unvergessene Namen wie Henry Vahl, Hilde Sicks, Karl Heinz Kreienbaum, Heini Kauffeld und Heidi Kabel. Volksschauspieler, die in legendär gewordenen Aufführungen wie „Tratsch im Treppenhaus“ (1966) unsterblichen Theaterruhm erlangten.

„Die Blütezeit begann 1954, als der damalige NWDR Ohnsorg-Aufführungen als Pendant zum Kölner Millowitsch-Theater übertrug“, so Seeler, der in die Geschichte der 1902 gegründeten Bühne zurückgriff. Ohnsorg, das sei in Hamburg eine Art „Bonsai-Staatstheater“ und nach dem „Wort zum Sonntag“ die zweitälteste Fernsehsendung gewesen.

Angesichts einer radikal veränderten Medien- und Theaterwelt seien heute die Rahmenbedingungen für Volkstheater andere. „Ohnsorg hat zwei Gesichter, in Hameln sind wir heiter, in unserem Hamburger Haus können Sie uns auch mit ernsten Stücken erleben.“ Gerhart Hauptmann, eine plattdeutsche Adaption von Arthur Millers „Tod des Handlungsreisenden“ oder den „Faust op platt“ seien Höhepunkte der vergangenen Ohnsorg-Spielzeiten gewesen. Ein traditionsreiches Theater dürfe nicht „zum Museum“ werden, sondern müsse „die heutige Ästhetik abbilden“, so der Intendant. In Hameln gastiert das Ohnsorg-Theater mit „Die erste Geige“, inszeniert von Sandra Keck, am 9. April. Nicht in lupenreinem Plattdeutsch, sondern in „Missingsch“, einer Mischsprache aus Platt- und Hochdeutsch.



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