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Finissage mit Friedrich Heißmeyer / Vier neue Künstler im Kunstkreis

„Die Rose spricht alle Sprachen“

HAMELN. Finissage und nahtloser Übergang zur Vernissage – sozusagen: Heißmeyer geht, vier ganz unterschiedliche Künstler kommen.

veröffentlicht am 10.12.2017 um 19:21 Uhr

Friedrich Heißmeyer (l.) mit seinem Laudator Dr. Martin Hellmold gewährte interessante Einblicke in seine Kunst. Foto: cs
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Autor

Richard Peter Reporter
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Von groß zu klein und die drei Vitrinen im Vorraum mit plattgedrückter Nase von außen zu erahnen. Vier Künstler seit Sonntag-Vormittag im Kunstkreis - und David Gerstein hier kein ganz Unbekannter mit seinen mit Laser ausgeschnittenen und knallbunt bemalten Metallskulpturen.

Hingucker auch jetzt wieder, die selbst tristestes Hamelner Schietwetter fröhlich aufhellen. Ob „Jacob’s ladder“, eine figurenreiche Himmelsleiter oder „Elza, the cow“. Kerstin Schulz mit ihrem strukturierten Kissen, strahlenförmig von der Mitte ausgehend und vor allem grün und eigenwillig gelb. Wer über einen Staubwedel verfügt, sollte es sich unbedingt ins Wohnzimmer hängen.

Darüber und darunter zwei liebenswerte Zeichnungen von Jenny Römisch und eigentlich schade, dass sie von Mama Traute nicht besungen wurden. Ob „Immer schön die Balance halten“ oder zwei Wolkenkissen mit Sie und Er durch eine zarte Schnur verbunden: zarteste Linien mit großzügiger Leere und eben darum so ganz anders füllig. Max Blankenburg, längst vergangen, Lehrer an der Wilhelm-Raabe-Realschule und seinem Bestiarium mit Vögel, Pinguinen, einem superschlanken Geparden und dann wuchtig schlicht mit Wisent, Mammut und auch Akte, stehend, sitzend, hockend. Johannes Cordes mit Tiefenwirkung, Gaukelbilder mit „Schmetterlinge im Bauch“ und „Der letzte Schliff“ und ein Männlein, das sich am grün-grünen Apfel abarbeitet. Vor allem aber: Gummibärchen und Colorado-Mischung in kleinen Schälchen auf Würfel-Podest. Sollte auf keinem Couch-Tisch fehlen.

Diese Tierskulpturen stammen von Max Blankenburg. Foto: sc

Aber dann, geballte Finissage mit Friedrich Heißmeyer und seinem Laudator Dr. Martin Hellmold im Gespräch und Heißmeyers Bekenntnis zu traditionellen Techniken, auch oder gerade weil er in jungen Jahren in London mit Kunststoffen experimentiert hat. Und früh erkannt, wie aggressiv Polyester sein kann – Niki de Saint Phalle musste darunter leiden. Wieder zu Hause wurden Ton, Holz und Stein seine bevorzugten Materialien. Erlebnisse aus Stonehenge mitgebracht – seine monumentale Arbeit „Friedenstor“ am Albert-Einstein-Gymnasium dürfte eine Reminiszenz sein. Rettungsanker Schuldienst, weil Heißmeyer als Bildhauer seine Familie nicht ernähren konnte. Umzug des Publikums von den Sitzreihen zu den Rosenbildern an der zweiten schmalen Wand des Kunstkreises „Warum Rose als Motiv“, wie Dr. Hellmold fragt – und Heißmeyer: „Die Rose spricht alle Sprachen“. Und von Dr. Hellmold die Vielfalt hervorgehoben, der Variantenreichtum, die Spiralform als beliebtes Motiv und um Rosengedichte erweitert und drei Beispiele exemplarisch beschrieben. Die Rose als Inbegriff des Schönen.

Nächste Station: Alabasterarbeiten – für Heißmeyer ein „sehr weicher Stein, hell und durchsichtig“ – entweder direkt oder nach Skizze bearbeitet und das Dreidimensionale der Skulptur hervorgehoben. Ein wesentliches Element auch die Sockel mit Durchbrüchen, Zacken oder Taillierungen. Und klar doch: Kunst erschließt sich am besten im Original.



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