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Brillant arrangierte Songs der Folkpop-Queen – aber Humor gibt’s nur im Vorprogramm

Die Metamorphose der Heather Nova

Bielefeld. Die Mädels fanden sie cool und die Jungs waren alle ein wenig verliebt in die junge Frau, die vor 15 Jahren mit verstört-träumerischen Augen den Betrachter ihrer CD „Oyster“ anblickte. Ist das Blut auf dem T-Shirt? Worauf deutet die Geste? Auf frischer Tat ertappt? Und im Booklet die Abbildung mit dem Raben – unheimlich wie eine Poe-Geschichte. Angenehm rätselhaft geraten Lieder, zu denen Heather Nova, das unfreiwillige Pin-up-Girl der Indieszene, mühelos Oktavensprünge bewältigt, die im Jenseits zu enden scheinen. Damit Songs wie „Maybe An Angel“ nicht Realität werden, ließ Nova sich live von einer Rockband begleiten, die für Schmackes und Erdung sorgte, ergänzt durch ein Cello.

veröffentlicht am 29.10.2009 um 23:00 Uhr
aktualisiert am 02.11.2016 um 16:41 Uhr

Heather Nova

Autor:

Martin Jedicke
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Eine Band ersetzt am Mittwoch im Ringlokschuppen der Wiener Multiinstrumentalist Arnulf Lindner. E-Gitarre, Cello, Kontrabass, Keyboards, Lap-Steel-Gitarre, während Heather Nova Akustikgitarre, Keyboard und Q-Chord spielt und sich für „Paper Cup“ am Didgeridoo begleiten lässt. Konnte man angesichts der spartanisch instrumentierten und mitunter recht langweiligen neuen CD „The Jasmine Flower“ ein wenig abwechslungsreiches Konzert erwarten, so sorgen die variierenden Instrumentkombinationen für einen Strauß spannender Momente. Novas Stimme allein trägt, bedarf mitunter kaum weiterer Unterfütterung. Erklingt in „Island“ ätherischer Sirenengesang, so darf es bei „Sugar“ rauer zugehen, unterstützt durch schräge Cellotöne. PJ Harvey lässt grüßen.

Sympathisch: Benjamin Taylor im Vorprogramm. Von den Eltern Carly Simon und James Taylor in die Wiege gelegt, gelingen dem Amerikaner wohlklingende Folkpoplieder, entspannend wie Jack Johnson, wenngleich vielschichtiger und humorvoller. Humor flackert bei Heather Nova hingegen kaum einmal auf. Zu nachdenklich sind ihre Lieder. „Walk This Way“ oder „Gloomy Sunday“ wären bessere Zugaben gewesen als das klischeebeladene „Every Soldier Is A Mother’s Son“.

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