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Neue Ausstellung in der Galerie Robert Drees

Die Leinwandattacke

Hannover. Auf ganz eigene Weise ringt dieser Maler der Dunkelheit seiner Bilder das Licht ab: ein Leuchten, dessen Quelle jenseits des Bildausschnitts liegen kann und das darin aufscheint – in den Reflexen auf Pfützen oder Wänden, den Schlagschatten oder Konturen. So werden in „Airstream“ (2013) die Umrisse des legendären US-Campingwagens sichtbar – auf einem Bild, in dem auch die Dunkelheit noch Dynamik ausstrahlt.

veröffentlicht am 08.04.2013 um 17:12 Uhr
aktualisiert am 28.10.2016 um 20:41 Uhr

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Wie schafft Robert Klümpen solche Effekte? Der Düsseldorfer Künstler, Jahrgang 1973, hat bei A. R. Penck studiert, und wie die Neuen Wilden verwendet er teils Techniken der Street Art. So erweist sich der feine Glanz über der Dunkelheit, der auf dem 1,6 mal zwei Meter großen „Airstream“ Lichtreflexe wie von Nieselregen ahnen lässt, beim Nähertreten als Graffiti-Spray-Nebel. „Ich attackiere die Leinwand“, sagt der Maler, der Farbe mit breitem Pinsel aufträgt, Spray daraufsetzt, bisweilen wieder abwäscht und von Neuem ansetzt.

Dass die erstarrten Bildresultate diese Bewegungen ahnen lassen, führt die Galerie Drees in ihrer Ausstellung „The Man Who Wasn’t There“ vor Augen. Zu besichtigen ist auch der für Klümpen neue Trend vom Gegenständlichen zum Abstrakten. In Düsseldorf ist er vor allem als Maler von Vorstadtszenen in diffusem Licht bekannt. Von tristen Kneipen oder verrammelten Kiosken. Neuerdings löst Klümpen Gegenständlichkeit in der Fläche auf.

Wie üblich präsentiert Galerist Robert Drees eine Doppelausstellung – und setzt mit Werken des Katalanen Gerard Mas einen Kontrapunkt. Mas, 1976 in Barcelona geboren, knüpft mit seinen Skulpturserien an alte Porträtkunst an – die Halbfigurbüsten der Frührenaissance, deren Figuren er zitiert und zugleich ironisch bricht: Plastisches Beispiel dafür ist die Büste „Lady with a Rat“, die bis in die Details der Körperhaltung an Leonardo da Vincis „Dame mit dem Hermelin“ von 1490 erinnert. Nur dass diese Dame statt des Hermelins eben eine Ratte in Händen hält. das

Bis zum 17. Mai in der Galerie Robert Drees, im Internet: www.galerie-robert-drees.de



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