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Aufführung in der Sumpfblume

„Die Leiden der jungen Wörter“

HAMELN. In der Sumpfblume ist am Freitag (15. September) eine besondere Theateraufführung zu erleben. „Die Leiden der jungen Wörter“ heißt das Stück, eine Produktion von „vorschlag:hammer“.

veröffentlicht am 14.09.2017 um 19:36 Uhr

Zwischen R ’n’ B, Lichtspiel und unmittelbarem, performativen Sprechen werden „Die Leiden des jungen Werther“ seziert. Foto: Paula Reissig

„Wilhelm, was ist unserem Herzen die Welt ohne Liebe! Was eine Zauberlaterne ist ohne Licht! Kaum bringst du das Lämpchen hinein, so scheinen dir die buntesten Bilder an deine weiße Wand! Und wenn’s nichts wäre als das, als vorübergehende Phantome, so macht’s doch immer unser Glück, wenn wir wie frische Jungen davor stehen und uns über die Wundererscheinungen entzücken.“ In Goethes Briefroman „Die Leiden des jungen Werther“ erzählt der Protagonist immer nur von sich und seinem Erleben. Wieso überhaupt Goethes „Leiden des jungen Werthers“? „Ich glaube, wir fanden die Kombination aus zwei Merkmalen des Werther interessant: Erstens, dass es ein Text ist, in dem ein Protagonist beinahe rücksichtslos über sich selbst und seine Gefühle spricht und zweitens: Die Form, also der Brief, als direkte und sehr persönliche Form der Ansprache. Das ist ja regelrecht anmaßend in seiner Selbstbezogenheit. Diese Merkmale fanden wir spannend für das Theater: Wie können wir von der Bühne aus möglichst direkt und offen das Publikum ansprechen, wie mit den Zuschauern über Gefühle kommunizieren? Dann haben wir ästhetische Mittel hinzugezogen, die nicht bloß über Text funktionieren: eine vielschichtige, feine Arbeit mit Licht und die Zusammenarbeit mit dem Musiker Frieden Hepting, der aus Werther Texten Popsongs geschrieben hat, was eine einfache, aber sinnvolle Übertragung in gegenwärtige popkulturelle Gefühlsäußerung ist. Und wodurch man merkt, dass diese Goethe-Texte gar nicht so weit von uns entfernt sind, wie man zunächst meinen könnte“, erzählt einer der „Hämmer“, Kristofer Gudmundsson. Zwischen R ’n’ B, Lichtspiel und unmittelbarem, performativen Sprechen sezieren vorschlag:hammer Die Leiden des jungen Werther, forschen nach Figuren möglicher Gefühlsäußerung und einer Erweiterung durch das Theater abseits des literarischen Texts. Wir suchen nach den Differenzen, die zwischen einem Sprechen über Gefühle und einer unmittelbaren Gefühlsäußerung liegen. „Die Leiden der jungen Wörter“ ist eine Koproduktion von vorschlag:hammer mit dem Ringlokschuppen Ruhr in Kooperation mit dem Ballhaus Ost, gefördert durch das niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur, die Stiftung Niedersachsen, die Kunststiftung NRW und die Eberhard Stiftung. Einlass ist ab 19.30 Uhr, die Performance startet um 20 Uhr. Tickets gibt es im Vorverkauf an allen bekannten Vorverkaufsstellen von ADTicket sowie online auf www.sumpfblume.de ab 6 Euro. An der Abendkasse kosten sie 7 Euro.

red

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