weather-image
Wo Schiefer swingt und das Kuchenrezept in der Collage steckt: Herbstausstellung der Galerie arche

Die Kunst mit der natürlichen Wirksamkeit

Hameln. Doppelt hält besser: Waren es im vergangenen Jahr noch 15 Künstler, die sich an der Herbstausstellung in der Galerie arche beteiligt hatten, sind es diesmal 29. Dass so viele von ihnen am Freitagabend bei der Vernissage am Kastanienwall anwesend waren, veranlasste die arche-Vorsitzende Annemarie Hodges zur spontanen Personenaufstellung: Künstler auf die rechte, Besucher auf die linke Seite. Was bei 29 verschiedenen Kreativköpfen natürlich unvermeidlich ist: eine schier endlose Vielfalt – von Fotografie über Drucktechniken, Malerei bis hin zur Skulptur.

veröffentlicht am 04.10.2009 um 23:00 Uhr
aktualisiert am 02.11.2016 um 19:21 Uhr

Moritz Bormanns „Porträt eines Diktators“ aus Granit

Autor:

Julia Marre
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Aus dem Fundus der Natur bedient

Auf dem Boden liegt die Arbeit von Gisela Gührs. Sieht aus wie ein Readymade, ist aber keines: Als „www.anmachholz.de“ betitelt, hat sie aus Papier, Kleister und Dispersion Holzimitate gefertigt, die täuschend echt aussehen. „Passend zur Jahreszeit“ wollte sie etwas kreieren, als ihr die Idee im Angesicht von Brennholz kam. Wie sie bedienen sich einige Künstler aus dem Fundus der Natur: Roland Bauer stellt mit „Gegen den bösen Blick“ ein Werk aus Knochen einer Rinderhüfte aus, die an eine Maske erinnern. Johannes Eidts Druck „Draußen auf eigenen Füßen“ lässt mit saftigem Grün noch einmal an den Sommer denken. Hans-Jürgen Zimmermanns „Landschaft I“ schenkt Bäumen und Wiese einen Fliesenfußboden. Dagmar Brands monströser „Maikäfer“ prangt in ihrer Acryl-Collage auf einem blau angelaufenen Gesicht. Und Britta Samsen-Huch liefert mit Wachs, Tinte und Rost den verbildlichten Altweibersommer. Schön auch: Susanne Gührs mittelformatiges Flirren herbstlicher Farbtöne. Und Bernd M. Langer lässt in die tiefblaue „Inselwelt“ eintauchen.

Ganz anders sind die Arbeiten von Hans Sasse, der seit langem wieder in der arche ausstellt. Seine Bilder aus der Serie „Stadtstück“ vereinen in Schwarz-Rot-Weiß räumliche Ansichten und architektonische Zeichnungen. Eva Harenberg-Ullrich steuert in der Reihe „Königskinder“ geometrische Geschwister bei. Wolfgang Raddatz‘ „Eingang“ in Graphittechnik ist ein vielschichtiges und düsteres Werk. Und mittendrin beobachtet Jürgen Friedes „Kopf“ aus Magmatit das Treiben.

Von Annette Angermann bis hin zu Edda Zesin reicht die Liste der „alten Bekannten“: Kaja Henke gibt sich politisch mit seiner „Bereicherung Oldenburgs“. Aus der Reihe fällt, wer sich farbenfroh zeigt: Ahmed Borai etwa mit seinen quietschbunten, plakativen Acryl-Aquarelltusche-Zeichnungen namens „Erste Hilfe Einsatz Team“ samt Krisenmeter. Edin Bajric mit farbigen „Narziss“-Gemälden. Oder Karl-Karol Chrobok mit üppig-mutigem Farbauftrag.

Zu sehen in der Galerie arche, Kastanienwall 12, bis zum 1. November. Im Internet: www.kuenstlergrup pe-arche.de.

Copyright © Deister- und Weserzeitung 2017
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare