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Impressionismus im neuen Potsamer Museum Barberini

Die Kunst des Augenblicks

POTSDAM. Die Seerosen fesseln das Auge, eingefangen im Augenblick des bizarren Spiels von Licht und Schatten. Sie scheinen sich sogar leicht im Wasser zu bewegen. Im Museum Barberini sind sie die Stars.

veröffentlicht am 27.01.2017 um 11:38 Uhr

Besucher stehen am vor dem über 50 Millionen Euro teuren Gemälde „Mädchen auf der Brücke“ von Edvard Munch. Foto: dpa
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Seerosen überall - gleich vier Gemälde mit den berühmtesten Blumen des Impressionisten Claude Monet (1840-1926) faszinieren die Besucher im neuen Potsdamer Kunstmuseum Barberini. Tiefblaue, strahlend gelbe und zerbrechliche, roséfarbene Blüten sind in der Schau „Impressionismus. Die Kunst der Landschaft“ noch bis zum 28. Mai zu bewundern. Den Ausstellungsmachern gelang es, rund 100 Gemälde aus Privatsammlungen und Museen aus aller Welt nach Potsdam zu holen – darunter allein 41 von Monet. „Es ist schon außergewöhnlich in dieser Fülle und vor allem in dieser Kombination“, erklärt Museums-Direktorin Ortrud Westheider den seit der Eröffnung anhaltenden Andrang. Durch die vielen Bilder sei es möglich, die Entwicklung des Impressionismus darzustellen. Viele der Künstler malten erst Wasserlandschaften, dann Gärten, Schneeszenarien und mediterrane Abbildungen.

Die Unesco-Welterbe-Stadt Potsdam bietet traditionell viel Kunst: Alte Meister sind seit 250 Jahren in der Gemäldegalerie am Schloss Sanssouci zu finden. Die Impressionisten residieren jetzt in dem neuen Museum. Beide Häuser sind barock: das eine original, dass andere innerhalb von drei Jahren wieder im alten Stil aufgebaut. Für das eine sorgte Kunstliebhaber und Preußenkönig Friedrich II. (1712-1786), das andere ist dem 73 Jahre alten Kunstmäzen und Software-Milliardär Hasso Plattner zu verdanken.

Die Gemälde von Claude Monet, August Renoir, Alfred Sisley oder Camille Pissarro finden in den modernen Räumen ein außergewöhnliches Ambiente. „Wie bereits zur Zeit Friedrichs des Großen ist dieses Haus ein Statement gegen Enge, gegen Provinzialismus, gegen die Angst vor der Welt ‚da draußen‘“, sagt der Generaldirektor der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg, Hartmut Dorgerloh. Dass gleich die erste Ausstellung der Landschaft gewidmet sei, ermögliche zudem noch einen ganz neuen Blick auf die Potsdamer Landschaftskunst von Peter Joseph Lenné und Hermann von Pückler-Muskau.

Ins Freie wagten sich die Impressionisten im 19. Jahrhundert – dorthin, wo der Wind die Blätter bewegte, die Sonne brannte und das Licht sein Eigenleben führte, heraus aus ihren geschützten Ateliers in Paris. „Aus heutiger Sicht waren sie richtig frech“, sagt Direktorin Westheider.

Sie entdeckten eine damals fast revolutionär erscheinende Kunst des Malens: unter freiem Himmel, in der Natur, ohne die Zwänge des beengten Raumes. Und sie lösten sich von der malerischen Abbildungsfunktion. Der Eindruck, der Moment, die Abstraktion zählten. dpa/von Gudrun Janicke und Maria Bidian



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