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Annamateur spricht im Interview über Provokation und Psychokram

Die Frau, die einen Lichtschalter und sogar Dimmer imitieren kann

Hameln. In der Kleinkunst-Reihe „Verführerische Abende“ tritt am Mittwoch, 17. März, Anna Maria Scholz mit der Band Außensaiter um 20 Uhr in der Sumpfblume auf. Julia Marre sprach vorab mit der Dresdner Allround-Künstlerin namens Annamateur.

veröffentlicht am 10.03.2010 um 23:00 Uhr
aktualisiert am 02.11.2016 um 05:21 Uhr

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Über Ihr Programm habe ich gelesen, es habe therapeutische Dimensionen, Sie seien rücksichtslos und anzüglich. Muss ich vor Ihnen Angst haben?

Ja.

Und warum?

Weil wir wahrscheinlich alle Therapiefälle sind. Nicht nur auf der Bühne. Auch das Publikum wird sicher genug Potenzial mitbringen.

Ihr Programm heißt „Walgesänge“ und Sie können röcheln wie eine Kaffeemaschine. Welches Geräusch können Sie nicht gut imitieren?

Was ich gar nicht imitieren kann? Den Ruhrpott-Slang kann ich nicht nachmachen. Einen Lichtschalter vielleicht auch nicht. Ach doch. Oder einen Dimmer, der surrt, kann ich nicht. Oder doch, kann ich. Eine Klarinette kriege ich übrigens auch hin…

Sie sind studierte Jazzsängerin und am liebsten schubladenfrei. Dennoch werden Sie als Chansonsängerin bezeichnet. Welche Beschreibung, die Journalisten sich ausdenken, lesen Sie denn am liebsten über sich?

Ich habe sechs Jahre lang in einer Funkband gesungen. Komme also aus der Ecke Jazz, Soul, Funk, aber auch Chanson. Ich mag das leicht Schräge. Und ich singe gerne auch mal mit Schmalz.

Was lesen Sie ungern über sich?

Dass wir einen Strauß bunter Melodien präsentierten, ein Stelldichein gaben und dass wir stilübergreifend sind. Den Begriff „Comedian“ mag ich nicht in Bezug auf Annamateur. Ich würde mich nie auf die Bühne stellen und sagen: „Hallo, ich bin lustig.“ Das ist mir zu anstrengend. Ich mag die dadaistische Ecke, den schmalen Grat zwischen Sinn und Unsinn. Es ist möglich, für die Leute nicht nur sympathisch oder niedlich zu sein. Ich möchte Dinge in Bewegung bringen und damit spielen, ohne provokant sein zu müssen. Das Hin und Her der Interaktion interessiert mich. Was will man, wenn man sich auf die Bühne stellt? Gesund an die Sache rangehen.

Wie sind die Reaktionen im Publikum?

Manchmal bin ich albern. Dann sind die Leute dabei, sich kaputtzuquietschen. „Ach, die is‘ lustig – das ist Comedy“, heißt es oft. Aber das ist es ja eben nicht. Klar können wir in Comedy-Sendungen auftreten. Aber man muss aufpassen, wenn man in solche Shows geht, weil es so viele Klischees gibt. Unser Publikum soll einfach Spaß haben.

Lesen Sie das komplette Interview im Internet unter www.dewezet.de.

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