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Wenn sich Eltern auf Ruhe freuen und Söhne klingeln: Theater Hameln bei „Endlich allein“ beinahe ausverkauft

Die Bumerang-Kinder

Hameln. „Wir haben keine Kinder großgezogen, sondern Bumerangs“, jammert Elli Böckmann. Gerade hat der dritte ihrer erwachsenen Söhne das Haus verlassen, da nistet sich – unangemeldet und ohne viel Rücksichtnahme – der erste wieder zuhause ein. Für das Elternpaar Böckmann scheint die Hoffnung „Endlich allein“ ebenso wenig in Sichtweite wie all die Dinge, die Elli und ihr Mann Georg während der Aufzuchtphase ihres Nachwuchses auf später verschoben haben. Doch bei einem Heimkehrer bleibt es nicht; der nächste Sohn steht schon vor der Tür. Die Ratlosigkeit der Eltern steigert sich zu Wut und Verzweiflung. Aber wer von den beiden wird das fällige Machtwort sprechen? Und: wann?

veröffentlicht am 30.09.2013 um 17:42 Uhr
aktualisiert am 28.10.2016 um 01:21 Uhr

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Autor:

Ernst August Wolf
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„Endlich allein“ ist eine witzig-ironische Erfolgskomödie von Lawrence Roman, die am Sonntagabend im Theater Hameln zu erleben war. Im Bühnenbild von Katrin Reimers finden sich fünf Türen und ein Fenster und drei durch Lampen sichtbar gemachte Telefone, die Einfallspforten für jede Menge Trubel sind. Die erhoffte Ruhe bleibt ein frommer Wunsch. Neben den Bumerang-Brüdern findet auch noch eine Freundin zeitweilig Asyl im Haus der Böckmanns.

Unter der Regie von Adelheid Müther spielt Maria Hartmann die Elli so pointiert und glaubhaft, dass vor allem die Mütter und Großmütter im Publikum spürbar mitfühlten. Joachim Bliese überzeugte als tolerant-hilfloser Vater, der am Ende zu einem beeindruckenden, einfühlsamen Machtwort findet.

Die Inszenierung ist boulevardesk-turbulent, doch nimmt Adelheid Müther an entscheidenden Stellen das Tempo heraus, um die Frage nach Ursachen, Fehlverhalten und Verantwortlichkeiten zuzulassen. Hätten die Böckmanns eher eine strenge „Nein-Pädagogik“ mit mehr Konsequenz praktizieren müssen? Oder bleiben Kinder nun mal immer Kinder? Fragen, die auch das Publikum in der Pause diskutierte. Das komme alles von einer falschen anti-autoritären, liberalen Erziehung von früher, so waren sich die einen sicher, während andere für mehr Toleranz plädierten. Und die wohl jüngste Besucherin des Stücks – etwa im Alter der Böckmann-Söhne – gestand, dass sie gerade an diesem Tag zuhause ausgezogen sei. In Sachen Bumerang-Kinder versicherte sie, dass sie vor einer eventuellen Rückkehr „zumindest mal zuhause anrufen“ werde.



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