weather-image
27°
Wie die Drum-Show „Power Percussion“ am Samstagabend für ein gut besuchtes Theater Hameln sorgt

Die „Blue Man Group“ wäre stolz auf dieses Ensemble

Hameln. Beim Frühjahrsputz muss eine Haushaltsleiter nicht mehr nur in der Ecke herumstehen – und Mülltonnen fristen nicht länger ein Nischendasein. Wie neben sportlicher Leistung auch rhythmische Rekorde mit ungewöhnlichem Zubehör erzielt werden, zeigt das Ensemble Power Percussion mit „Drum Room“ am Samstagabend im Hamelner Theater. Die Show begeistert quer durch die Generationen – und am Ende gibt es Standing Ovations im vollen Haus.

veröffentlicht am 04.03.2012 um 17:22 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 14:41 Uhr

270_008_5288306_ku102_0503.jpg

Autor:

Gabriele Laube
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Blauer Nebel wabert über das vielfältige Schlagwerk auf der Bühne. Geräusche erklingen: Rollen, Rauschen, Rasseln – Trommeln, die von innen beleuchtet werden, geben einen auf- und abschwellenden Takt an. Es klingt nach einer Regen-Beschwörung im Dschungel. Auch wenn Wasser erst später noch eine spritzige Rolle spielen soll – fließen wird jetzt nur der Schweiß der Akteure. Und das sind Rudi Bauer, Hannes Eitner, Philipp Jungk, Jürgen Weishaupt und Stephan Wildfeuer. Geniale Drummer, jeder für sich, deren wirbelnde Hände zweistündige Schwerarbeit leisten.

Leuchtende Drumsticks, auf Fässern geschlagen, ziehen im Dunkeln bunte Schleifen – und erinnern an die „Blue Man Group“. Die Mannen klettern auf Leitern, spielen Hütchenspiele mit Plastikeimern, zeigen Tanzkünste im Gummistiefel-Ballett, trommeln auf Abflussrohren und malträtieren Blechtonnen. Es ist nicht nur hörens-, sondern auch sehenswert, was diese schlagkräftigen Typen mit Händen, Füßen, Röhren oder Drum Sticks diesem Zubehör so alles an Klängen entlocken. Die Ideen sind witzig, die Ausführung ist abwechslungsreich und die Musiker haben sichtlich Spaß. Da fliegen – ähnlich wie beim Hütchenspiel – die Eimer durch die Luft und landen punktgenau im Takt, rums. Und klatschende Schenkelklopfer mit Anzüglichkeiten bieten vergnügliche Intermezzi. Unglaublich virtuos klöppelt Bauer an der Marimba mit vier Schlegeln atmosphärische Melodien. Für Erfrischung sorgt Wildfeuer mit getrommelten Wasserfontänen auf drei Fässern. Fehlt ein melodisches Klatschgeräusch, kein Problem – da wird kurzerhand das Publikum zur Klangkulisse hinzugefügt. Den faszinierten Zuschauern bereitet es sichtlich Vergnügen, Teil dieser Drum-Show zu sein. Und die erworbenen Sticks werden bestimmt beim Hausputz ausprobiert – vielleicht mal an der Alu-Leiter?

Hinein ins kühle Nass: Die Musiker von „Power Percussion“ trommeln schon mal Wasserfontänen.

Foto: Hubert Lankes



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Mehr Artikel zum Thema
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare