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Mit Reinhard Spieler wird 2014 ein Kenner der Moderne neuer Direktor des Sprengel Museums

Der neue Mann am Maschsee

Hannover. Man soll sich den Direktor des Sprengel Museums also als glücklichen Menschen vorstellen. „Sie sehen hier einen sehr glücklichen Menschen“, sagt Reinhard Spieler im Sprengel Museum. Dort wird er am 1. Februar 2014 als neuer Direktor anfangen. Es sei ein Glück, eines der wichtigsten deutschen Museen mit einer international bedeutsamen Sammlung zu leiten.

veröffentlicht am 28.06.2013 um 16:28 Uhr
aktualisiert am 28.10.2016 um 12:21 Uhr

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Autor:

Daniel Alexander Schacht
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Freude – und Erleichterung – ist auch den Vertretern von Stadt und Land, Kulturdezernentin Marlies Drevermann und Kulturministerin Gabriele Heinen-Kljajic, anzumerken. Sie gehören der Kommission an, die Spieler nach mehr als einjähriger Suche aus mehr als 50 Bewerbern ausgewählt hat. „Er ist einer der Besten“, sagt Drevermann. Eine „ausgezeichnete Personalentscheidung“ lobt Heinen-Kljajic unter Hinweis auf Wissen, Erfahrung und Pläne Spielers.

So zeichnet sich jetzt ab, wie es im Sprengel Museum weitergeht: Die 20-jährige Ära von Direktor Ulrich Krempel endet zum Februar, dann kommt Spieler. Der 48-Jährige erweist dem 16 Jahre Älteren zuallererst seine Reverenz: Das Museum habe „unglaubliches Renommee“ erworben. Er habe daher „sehr viel Respekt“ vor dem Team um Krempel, der „große Fußstapfen“ hinterlasse. Gleichwohl sieht Spieler für das Haus Potenzial.

Spieler hat über Max Beckmann promoviert, Ausstellungen zu Gerhard Richter oder auch Lucio Fontana organisiert. Er ist also ein Kenner der klassischen Moderne. Als Chef des Sprengel Museums will er überdies dessen Wahrnehmung verbessern, Debatten anstoßen, nach außen wirken. Er ist eben auch ein Kulturkommunikator.

Wie so einer wirken kann, hat er schon gezeigt: In Burgdorf bei Bern, wo Spieler 2002 Gründungsdirektor des Museums Franz Gertsch war, hat er eine „Frust-Station“ für Beschwerden aller Art aufgebaut. In Ludwigshafen, wo er seit 2007 – und noch bis 31. Januar 2014 – das Wilhelm-Hack-Museum leitet, hat er eine türkische Kuratorin engagiert und 2011 in der Ausstellung „I love Aldi“ Discounter- und Museumsklientel zugleich angesprochen. Dort bot er dem Publikum 2009 „Alles“: eine Komplettpräsentation aller 9236 Werke des Museums zur Wiedereröffnung des Hauses nach Sanierung.

Spieler hat Erfahrung mit Neu- und Umbauten – und ist insofern auch für Pflichten gewappnet, die in Hannover auf ihn zukommen. Immerhin hält das Museum mit jährlich rund 150 000 Gästen, darunter 700 Schulklassen, Spitzenpositionen bei den Besucherzahlen.



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