weather-image
27°
Rudolf Jahns ist der Maler aus dem Weserbergland – die Galerie Koch widmet ihm eine Retrospektive

Der Künstler an Kurt Schwitters’ Seite

Hannover. Erstaunlich vielfältig ist die abstrakte Kunst mit ihren unterschiedlichen Standpunkten. Eine Definition in ein paar Sätzen ist daher nicht möglich. Der große Entwurf dieser „Weltsprache“ prägte jahrzehntelang die Kunst des 20. Jahrhunderts. Zahlreiche Künstler wollten in den gegenstandslosen Darstellungen eine ihrer Zeit angemessene Ausdrucksform vermitteln. Zu ihnen gehört vor allem der Maler und Grafiker Rudolf Jahns. Mit seinem malerischen Werk zählt er zu den wichtigsten Vertretern der konstruktiv-abstrakten Kunst in Deutschland. Aus seinem umfangreichen ¼uvre präsentiert die Galerie Koch eine Auswahl der aussagekräftigsten Arbeiten. In seinen Bildern entwickelt Jahns eine spannungsvolle Verbindung von konstruktiven Elementen auf der Grundlage geometrisch abstrahierter Formen mit figürlichen und landschaftlichen Einschüben, auf die er auch im Spätwerk immer wieder zurückgreift.

veröffentlicht am 22.11.2010 um 16:50 Uhr
aktualisiert am 01.11.2016 um 09:41 Uhr

270_008_4409066_ku102_2311_Jahns_441_300dpi.jpg

Autor:

Klaus Zimmer
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Rudolf Jahns, 1896 in Wolfenbüttel geboren, war Autodidakt. Zunächst Beamter beim Zoll, widmete er sich, angeregt durch die Musik, bald ganz der Malerei. Seit 1920 wohnte er in Holzminden. Schon 1927 wurde er Mitbegründer der Gruppe „die abstrakten hannover“ – gemeinsam mit Kurt Schwitters, Carl Buchheister, Hans Nitzschke und Friedrich Vordemberge-Gildewart. Sie alle gelten als Künstler, die sich um tiefere und differenziertere Sinnebenen mühten.

Jahns’ Lebenslauf erfuhr eine Zäsur: einschneidende Rückschläge durch Kriegsjahre und Malverbot. Ab den fünfziger Jahren bis zu seinem Tod 1983 wurde er von einem Schaffensrausch ergriffen. Für Joachim Büchner war er ein „romantischer Konstruktivist“.

Nach seinen anfänglich in Aquarell angelegten Arbeiten setzte sich Jahns mit Zeichnungen und Collagen auseinander. Die dominierenden Ölbilder gestaltete er auf Hartfaserplatten, mit lasierenden Gipsgrundierungen und einem Farbauftrag mit unterschiedlichen Materialien wie Lappen oder Pinseln. So entstand bei Mitsprache des Gipsgrundes eine Textur in eigenwilliger, mal deckender, getupfter oder lasierender Behandlung. Für Rudolf Jahns gab es niemals einen Stillstand. Seinen Arbeiten haftet eine geheimnisvolle Aura an, ob das „Stillleben mit blauem Krug“, „Dynamische Landschaft“, seine „Hommage à Kandinsky“ oder die strengen linearen Zeichen in Tempera, wie „Konstruktiv.“

Die Ausstellung ist in der Galerie Koch, Königstraße 50 in Hannover, zu sehen bis zum 15. Januar. Im Internet: www.galeriekoch.de.

Rudolf Jahns engagierte sich für die Expressionisten, Kubisten und Futuristen. Sein „Bild No. 59“ ist 1966 entstanden: in Öl auf Hartfaser,

56,2 x 71 Zentimeter groß.

Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Mehr Artikel zum Thema
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige
    Kommentare