weather-image
16°
Der neue Intendant der Kunstfestspiele Herrenhausen, Ingo Metzmacher, will 2016 Schönbergs „Gurrelieder“ aufführen

Der Hannover-Spirit

Hannover. Paukenschlag bei den Kunstfestspielen Herrenhausen: Der designierte Leiter, Ingo Metzmacher, wird in seiner ersten Ausgabe 2016 Arnold Schönbergs Mammutwerk, die „Gurrelieder“, aufführen. Von dem Titel, der einen vergleichsweise unscheinbaren Liederzyklus anzukündigen scheint, darf man sich nicht täuschen lassen: Bei den Gurreliedern handelt es sich um eine der gewaltigsten Partituren der Musikgeschichte. Zu einem spätromantischen Riesenorchester kommen fünf Gesangssolisten, ein Sprecher, drei vierstimmige Männerchöre und ein achtstimmiger gemischter Chor.

veröffentlicht am 31.03.2015 um 17:37 Uhr
aktualisiert am 27.10.2016 um 08:38 Uhr

270_008_7699841_ku_201_0104_metzmacher.jpg

Autor:

Jutta Rinas
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Neben dem 150-köpfigen Orchester würden 400 Sänger auf der Bühne stehen, sagte Metzmacher bei der Ankündigung dieses Programmpunktes im Leibniz-Zimmer in der Galerie Herrenhausen. Wer hinter dem Namen Schönberg sofort hochabstrakte Avantgarde vermutet, liegt übrigens falsch. Schönbergs Werk von 1913, der größte Erfolg seiner Karriere, steht in der Tradition von Mahler, Strauss, Debussy und Wagner. Es sei ihm sehr wichtig gewesen, mit einer Komposition direkt auf Hannover zuzugehen, möglichst viele hannoversche Institutionen zu vereinigen, sagte Ingo Metzmacher gestern. Das solle in den kommenden drei Jahren seiner Intendanz bei einem Werk immer so sein. Bei den Gurreliedern, die am Eröffnungswochenende, am Pfingstsonntag, 15. Mai 2016, um 11 Uhr, zu hören sein werden, stehen tatsächlich viele Musikschaffende aus Hannover gemeinsam auf dem Podium. Das Orchester wird aus der NDR-Radiophilharmonie und dem Musikhochschulorchester gebildet. Unter den mitwirkenden Chören sind der Knabenchor, der Mädchenchor und der Norddeutsche Figuralchor, um nur einige zu nennen. Selbst bei der Auswahl der Solisten ließ sich der Intendant vom „Hannover-Spirit“ (so Metzmacher) leiten. Den Sprecher gibt Bariton Thomas Quasthoff, der lange in Hannover gelebt hat. Daneben sind als Solisten zwei Stars mit langjähriger Bayreuth-Erfahrung zu hören: der US-amerikanische Tenor Stephen Gould und die deutsch-italienische Sängerin Anja Kampe.

Aufgeführt wird Arnold Schönbergs Komposition in dem dann renovierten Kuppelsaal. Damit bricht Ingo Metzmacher das Konzept seiner Vorgängerin Elisabeth Schweeger auf, die sich ganz auf die Herrenhäuser Gärten und die dortigen Spielorte beschränkte. Er sei bei seiner Verpflichtung davon ausgegangen, dass er sich auch als Dirigent in die Kunstfestspiele einbringen solle, sagte Metzmacher. Das sei mit dem für ihn typischen Repertoire in der Galerie oder der Orangerie Herrenhausen allein nicht möglich. Grundsätzlich solle der Garten aber weiter eine wichtige Komponente der Festspiele sein.

Das Schönbergsche Riesenwerk wurde seit seiner Uraufführung 1913 in Wien erst einmal in Hannover aufgeführt. Generalmusikdirektor Christof Prick spielte es 1993 mit dem Staatsorchester.



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare

    Kontakt

    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt