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Schlicht und beeindruckend: Mozarts „Titus“ in der Staatsoper Hannover

Der gute Mensch vom Capitol

HANNOVER. Da läuft einiges schief und durcheinander auf dem Capitol im Jahre 79 nach Christi – vielleicht auch, weil das Gute, Gütige, so ungewohnt ist. Eine wirre, verwirrende Handlung. Und was die Güte betrifft: Titus ist Kaiser, weil er seinen Vorgänger Vitellius ermorden ließ. Was dessen Tochter Vitellia kaum stören würde, wenn sie an der Seite von Titus Vespasianus Kaiserin wäre. Aber der zum „guten Menschen vom Capitol“ Geläuterte hat es eher auf eine gewisse Berenice abgesehen und Vitellia verführt Sextus, einen Freund und Vertrauten des Kaisers, der ihr geradezu hörig ist, Titus zu ermorden. Das könnte auch von einem Shakespeare stammen. Aber dann ist Berenice überraschend aus dem Spiel und die Karten werden neu gemischt. Nun will der Kaiser Servilia, die Schwester von Sextus, heiraten – doch die hat der bereits seinem Freund Annius versprochen. Vitellia schäumt zum zweiten Mal – und wieder soll der Kaiser ermordet weden. Wieder von Sextus. Und der – wozu Liebe fähig macht – willigt ein. Doch in der Zwischenzeit verzichtet Titus auf Servilia, weil er dem Paar, das sich liebt und sich ihm offenbart, nicht im Weg stehen will. Also, alles wieder auf Anfang. Nur: Die Mörder sind bereits unterwegs. Ein früher Fall von „I hired a contract killer“. Der Kaiser überlebt, das Feuer am Capitol wird gelöscht. Aufräumarbeit im 2. Akt. Es geht um Liebe, Verrat, Macht – und hier: die Güte eines betrogenen Herrschers und die Erkenntnis, dass die ganz oben ohne wirkliche Freunde auskommen müssen. Ein Happy End mit Blessuren, die Narben hinterlassen.

veröffentlicht am 07.06.2016 um 19:36 Uhr
aktualisiert am 25.10.2016 um 10:10 Uhr

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Autor:

Richard Peter


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