weather-image
23°

Abenteuerlich: Spike Jonzes „Wo die wilden Kerle wohnen“

Der große Film zum kleinen Buch

Eigentlich ist „Wo die wilden Kerle wohnen“ ein Kinderbuch. Eigentlich – denn für ein Buch ist die Geschichte, 1963 von Maurice Sendak ausgedacht und weltweit 20 Millionen Mal verkauft, mit neun Sätzen, verteilt auf 20 Seiten, ein bisschen dünn. Und für Kinder ist es doch ein wenig zu beängstigend – mit diesen riesigen Zottelbären, die über gewaltige Kräfte verfügen und gern mal auf den Putz hauen. Und doch fängt das Büchlein die Erfahrungswelt eines Kindes perfekt ein: die Wut auf die Eltern, die Flucht in die Fantasie, der Wunsch, ein König zu sein, bestimmen zu dürfen – um dann wieder nach Hause zurückzukehren und geliebt zu werden.

veröffentlicht am 16.12.2009 um 23:00 Uhr
aktualisiert am 02.11.2016 um 12:41 Uhr

Autor:

Michael Ranze
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Regisseur Spike Jonze, bekannt für seine eigenwilligen Komödien („Being John Malkovich“, „Adaption“), und sein Autor Dave Eggers haben aus dem kleinen Buch einen großen Film gemacht, dabei ein bisschen hinzuerfunden und den anonymen Zotteltieren eine Identität verliehen. Um die Riesen zum Leben zu erwecken, nutzten sie, mit einem Budget von 80 Millionen Dollar, nicht nur Computer-Tricks. Vier Meter große Puppen entführen kleine und große Zuschauer in eine Parallelwelt, die sich als Parabel über den Trost des Träumens lesen lässt.

Jonze erzählt die Geschichte des kleinen Max (Max Records), der sich nach einem Streit mit seiner überforderten Mutter (Catherine Keener) in sein Zimmer verkriecht und die Fantasie sprießen lässt. Während sich im Buch das Zimmer in einen Dschungel verwandelt, segelt Max im Film in einem kleinen Boot über raue See zu einer Insel. Hier leben die wilden Kerle, die gern Bäume ausreißen, Löcher in Tannen schlagen oder riesige Holzwaben zerstören, in ständigem Streit. Um ein bisschen Harmonie ins Tollhaus zu bringen, bietet sich Max als König an, der sagt, wo’s lang geht.

Im Folgenden geht es darum, die Freiheit zu nutzen und Entscheidungen zu treffen. Was ist richtig? Was ist falsch? Spielerisch setzen Jonze und Eggers die Vorlage in atemberaubende Bilder um (gedreht wurde an der Südküste Australiens) und verleihen den Puppen mit sorgfaltig ausgewählten Stimmen eine unverwechselbare Persönlichkeit. Vielleicht ist dies kein Kinderfilm mehr, sondern einer für Erwachsene, die mit Sendaks Klassiker gealtert sind und nun blätternd zurückblicken. Und sei es im Kino.

„Wo die wilden Kerle wohnen“ läuft derzeit täglich um 15 und außer Sonntag und Montag um 17.30 Uhr im Hamelner Maxx-Kino am Bahnhofsplatz.



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2019
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Anzeige
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige
    Kommentare
    Kontakt
    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt
    X
    Herzlichen Glückwunsch, Ihr Adblocker funktioniert!

    Wir verstehen, dass Sie nicht hier sind, um Werbung zu sehen.
    Aber Werbe- und Aboeinnahmen sind wichtig für unsere journalistische Arbeit.


    Unterstützen Sie unseren Qualitäts-Journalismus, indem Sie Ihren Adblocker deaktivieren
    oder sich mit einem gültigem Digital-Abo anmelden.

    Sie haben ein Digital-Abo? Hier anmelden!

    Noch kein Digital-Abo?