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Dewezet-Serie (1): „Was macht eigentlich…?“ mit der Ex-Theaterpädagogin Christiane Hess

„Demnächst spiele ich einen Gemüsegarten“

Hameln. Sie haben in Hameln gelebt oder gewirkt, aber es ist ruhig um sie geworden? In der Reihe „Was macht eigentlich…?“ spürt Redakteurin Julia Marre bekannte Hamelner Gesichter auf, die die Kulturszene der Stadt mitgestaltet haben. Heute: Christiane Hess.

veröffentlicht am 31.07.2009 um 23:00 Uhr
aktualisiert am 02.11.2016 um 23:41 Uhr

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Es gibt Entscheidungen, die man trifft und auch treffen muss“, sagt Christiane Hess. Damit meint sie ihren Abschied aus Hameln, denn die Theaterpädagogin hat mit dem Ende der Spielzeit das Theater verlassen. Fünf Jahre lang hat sie hier gearbeitet. Hat 17 Stücke mit verschiedensten Gruppen zur Aufführung gebracht. Und allein mehr als 800 Schüler theaterpädagogisch betreut. Gestern nun ist der Vertrag von Christiane Hess ausgelaufen, eine „arbeitsreiche Zeit, die viel Spaß gemacht hat“, endete.

Mit Solotheaterstücken ist sie bekannt geworden

Langeweile? Die wird sie nicht bekommen. „Ich mache weiter mit meinem eigenen Theater am Barg, werde auch mit einem Schauspiel demnächst wieder hier in Hameln gastieren.“ Ihre Solotheaterstücke – mit „Götter, Glocken, Gläubige“ oder „Hexen, Heiden, Heilige“ machte sich die gebürtige Neustädterin weit über die Rattenfängerstadt hinaus einen Namen – werden sie auch in Zukunft begleiten.

Ihr neues Stück heißt „30 KM pro Sekunde“ und wird am 24. September im Theater Hameln aufgeführt. „Es ist völlig anders als meine bisherigen Programme“, erklärt die Schauspielerin. Es habe beinahe kabarettistische Züge, handele von Umweltpolitik und der Entstehung der Welt. „Außerdem spiele ich darin einen Gemüsegarten!“ Und eine verwirrte Motte. Und ein genmanipuliertes Maiskorn.

Im Bereich der Theaterpädagogik möchte Christiane Hess künftig „nur noch punktuell“ tätig sein. Auch wenn die Arbeit am Theater Hameln ihr „viele positive Erfahrungen“ bescherte: Gefreut habe sie sich vor allem über „die Riesenresonanz“ – allein zu ihrem allerersten Theaterkurs haben sich 50 Erwachsene angemeldet. Über das „stetig wachsende Interesse von Kindern und Jugendlichen am Theaterspielen“. Über das Vertrauen der Teilnehmer sowie gute Ergebnisse. Und über Einladungen zu diversen Theaterfestivals.

„Es hat unheimlich viel Spaß gemacht“

Bedauert habe sie die geringe Halbwertzeit ihrer Arbeit: dass für ein Schauspiel oftmals monatelang geprobt wurde und es nur selten aufgeführt werden konnte. „Besonders schade war das bei meinem letzten Projekt“, sagt Christiane Hess. Mit all ihren Theatergruppen gemeinsam hat sie das Stück „Anna“ erarbeitet. „Es hat unheimlichen Spaß gemacht – und es war immer mein Wunsch, alle Gruppen einmal zusammenzuführen.“ Die große Runde mit Teilnehmern zwischen 13 und 65 Jahren habe zwar „viel Geduld erfordert“, sei aber die Mühe allemal wert gewesen.

Und jetzt? Macht die Schauspielerin einen Schnitt. „Ich lasse erstmal alles sacken“, sagt sie. All ihre Erfahrungen hat sie bereits in einem Buch über Theaterpädagogik festgehalten. Im Sommer 2010 wird es von einem bekannten Verlag herausgegeben. Und schon an einer zweiten Veröffentlichung arbeitet sie: Eine Sammlung mit Sagen und Legenden aus dem Raum Hannover wird sie anlässlich der „Gartenregion Hannover 2010“ herausgeben, zu der es auch ein neues „sagenhaftes“ Solotheaterstück geben wird. „Ich habe seit 2002 unglaublich viel Material gesammelt“, sagt Christiane Hess.

Noch etwas hat sie aufbewahrt: Zeitungsartikel. In einem weiteren Projekt möchte sie die „Meldungen umsetzen, vorlesen oder nachspielen“, sagt die Schauspielerin. Da gibt es die Nachricht über den Keiler, der in Südfrankreich in eine Fleischerei einbrach. Die Notiz von Kindern, die auf der Straße Atomkraftwerk gespielt haben und damit eine Fahndung auslösten. „Vom Kaninchenzüchter bis zu Obama ist alles dabei“, so Hess. Nicht nur lustige, auch ernste Themen werden angesprochen. Einen Testlauf des Stückes mit drei Artikeln hat es kürzlich in Hannovers Hinterbühne gegeben. Die Spielerin Christiane Hess stand auf der Bühne mit der Akkordeonistin Ulrike Dangendorf – „die Resonanz war sehr gut“. Demnächst möchte die Hannoveranerin erarbeiten, „wie man es dramaturgisch hinbekommt, all die Meldungen zusammenzubringen, ohne dass am Ende die Luft raus ist“. Ob sie das Projekt auch in Hameln zeigen wird? „Vielleicht“, sagt Christiane Hess. Erst einmal präsentiert sie am Spielzeitfest des Theaters im September Auszüge aus ihrem aktuellen Stück.



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