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In „Planet der Affen: Prevolution“ werden Bewegungen digitalisiert – und die Tiere immer lebensechter

Das Zottelkostüm ist längst aus der Mode

Als Filmastronaut Charlton Heston auf dem „Planet der Affen“ (1968) die Freiheitsstatue erblickte, war klar: Irgendwann in der Menschheitsgeschichte musste etwas schiefgelaufen sein. Der Weltraumpionier befand sich nicht Lichtjahre von der Erde entfernt, sondern auf derselben. Dort herrschte ein Regime von Orang-Utans, Gorillas und Schimpansen. Die letzten Menschenexemplare waren in Zoos weggesperrt.

veröffentlicht am 10.08.2011 um 14:37 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 12:21 Uhr

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Autor:

Stefan Stosch
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Franklin J. Schaffners Verfilmung von Pierre Boulles utopischem Roman war eine Satire auf die Negativbilanz der menschlichen Evolution: Die Krone der Schöpfung, die sich anmaßt, mit anderen Kreaturen nach Gutdünken umzuspringen, fand sich auf der Verliererseite wieder. In dieser Idee steckte, gerade im Aufbruchsjahr 1968, politischer Zündstoff. Heute gilt Schaffners Affen-Film als Klassiker des Science-Fiction-Genres. Eine Frage aber blieb offen: Wann und wie hatte sich der Affe zum Herrn aufgeschwungen?

Vier Fortsetzungen und Tim Burtons Remake von 2001 hatten keine Antwort parat. Nun liefert „Planet der Affen: Prevolution“ eine plausible Erklärung. Rupert Wyatts Science-Fiction-Thriller gehört zu den klügeren Hollywood-Blockbustern des Sommers. Der britische Regisseur kennt sich aus mit Ausbrüchen und Revolten: Er wurde durch den Gefängnisthriller „The Escapist“ (2008) bekannt.

Angesiedelt ist „Prevolution“ in unserer Gegenwart. Wissenschaftler Will Rodman (James Franco) forscht im Dienste eines Genetikunternehmens an Primaten. Er sucht nach einem Medikament gegen Alzheimer und stößt auf ein Virus, das die Krankheit zu besiegen scheint und die Intelligenz erhöht. Sein Chef wittert gigantischen Profit. Dann zeigt sich: Das Mittel macht aggressiv.

Die Versuchsreihe wird gestoppt, die Labor-Schimpansen getötet. Nur Affenbaby Caesar bleibt am Leben. Rodman nimmt Caesar mit nach Hause. Hier wächst er zu einem prächtigen und lernfähigen Hausgenossen heran – und wird Jahre später zum Anführer der Affen im Kampf gegen die Menschen.

Die Vermenschlichung der Tiere wird nie ins Kitschige getrieben. Sogar dann, wenn Caesar ein paar Worte an seinen menschlichen Affenvater richtet, wirkt das nicht lächerlich. Dazu sind die Primaten zu lebensecht geraten. In früheren Filmen, bei Stanley Kubricks „2001 – Odyssee im Weltraum“, steckten Menschen in Zottelkostümen. Heute hilft der Computer: Beim Performance-Capture-Verfahren werden Menschen in Spezialanzüge gesteckt und ihre Mimik und Gestik von Kameras abgetastet.

Hier verbirgt sich Andy Serkis in der Spezialkleidung. Schon als Riesenaffe in Peter Jacksons „King Kong“ und als Gollum in „Herr der Ringe“ hat er seine Fähigkeiten bewiesen. In Hollywood wird Serkis für einen Darsteller-Oscar gehandelt, obwohl er gar nicht zu erkennen ist.

„Planet der Affen: Prevolution“ läuft im Maxx-Kino Hameln: täglich um 17 und 19.45 Uhr, morgen und am Samstag auch um 22.30 Uhr.

Andy Serkis verkörperte schon Gollum in „Der Herr der Ringe“. Nun schenkt er seine Mimik und Gestik dem Affen Caesar an der Seite von James Franco. Foto: 20th Century Fox



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