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Schmuck und seine Erschaffer: Der Kunstkreis zeigt Werke von Goldschmieden

Das wohl schönste aller Bedürfnisse besteht bereits seit 100 000 Jahren

Hameln. Sie verdienen nicht nur Respekt, die mutigen Herren, die ihre Damen zur Ausstellung „Formgebend“ tapfer begleiteten: auch Bewunderung. Aber vielleicht sind sie einfach zu beneiden: Weil sie vor dem 24. Dezember bereits über ein Weihnachtsgeschenk verfügen, das sie den anstehenden Advent ohne Stress genießen lässt.

veröffentlicht am 15.11.2010 um 15:09 Uhr
aktualisiert am 01.11.2016 um 10:21 Uhr

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Autor:

Richard Peter
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„Der Schmuck“, so der Kunstkreisvorsitzende Dr. Victor Svec, ist ein „Ziergegenstand oder eine Maßnahme zur Verschönerung. Ein Bedürfnis“, so Svec, „das schon vor 100 000 Jahren nachweisbar ist.“ Und immer noch nachzuweisen – auch im Studio, das einmal mehr seine Räume für Kunst dieser etwas anderen Art öffnet. Kunst umfassender versteht. Dabei haben sich Künstler von Dürer – der Goldschmied war – bis zu Dalí immer wieder mit Schmuck beschäftigt.

Höchst unterschiedliche Kreationen von Kathrin Herstelle, der es um charaktervollen Schmuck und „immer aus schönen Dingen“ geht. Um reizvolle Ketten mit ausgesuchten Steinen, die sie häufig akzentuiert.

Oder Maria Kaluza aus Osterwald, die als einzige der Schmuck-Künstler nicht bei der Eröffnung war mit ihren oft barocken Arbeiten, „verdichtete Bilder zum Tragen“, wie Dr. Svec es ausdrückte. Maria Kaluza beschäftigt sich schon lange mit Mythen und Symbolik der Naturvölker.

Sieben der acht Goldschmiede: Christian Ulbrich, Stephanie Winter, Martina König, Rainer Herrmann, Christian Fargel, Kathrin Her
  • Sieben der acht Goldschmiede: Christian Ulbrich, Stephanie Winter, Martina König, Rainer Herrmann, Christian Fargel, Kathrin Herstelle und Günther Meyer (v. l. n. r. ).

Für Christian Ulbrich ist es wichtig, dass Schmuck die Persönlichkeit unterstreicht – und nicht von ihr ablenkt. Martina Königs Arbeiten sind von besonderen Oberflächenstrukturen geprägt. Verschiedene Materialien, Formen und Flächen bilden einen Spannungsbogen.

Stephanie Winter beschäftigt sich mit der alten japanischen Technik „Mokumegane“, in der Metall so bearbeitet wird, dass Maserungen entstehen.

Christian Fargel hat phantasievolle Bilderwelten geschaffen, die er „Neo-Animistische Kunst“ nennt und ihnen Titel wie „Endzeitrhythmus“ oder „Kassandra im Animastrom“ gibt. Dazu kommen Schmuckstücke, Mondformen, Tierköpfe, Schneckengebilde.

Günther Meyer von der Galerie Unique lässt sich bei der Schmuckgestaltung auf individuelle Wünsche ein und bietet die Möglichkeit, dass Kunden daran mitarbeiten.

Rainer Herrmann von der Schmuckgalerie Perspektive, zum fünften Mal zu den Top 100 unter den Schmuckgeschäften in Deutschland gewählt, lässt bei seinen Schöpfungen viel Freiraum für individuelle Phantasie.

Den musikalischen Rahmen gestaltete Ulrike Dangendorf, diese Ausnahmekünstlerin, die mit dem Akkordeon so einzigartige Klangerlebnisse geschaffen hat. Diesmal war es „Der Tanz der Ziege“, der begeistern konnte, aber auch der abschließende Tango.

Hameln – darauf kann die Stadt stolz sein – besitzt eine Reihe von Goldschmieden, die über ein außergewöhnliches Niveau verfügen. Und erinnert, dass Ilse Ebert für diesen Boom einst den Grundstock gelegt hat. Eine Reihe der ausstellenden Künstler hat bei ihr gelernt oder gearbeitet.

Für die Ausstellung gibt es ein breitgefächertes Beiprogramm: Am Sonntag, 21. November, arbeitet Seydi Sow aus dem Senegal mit antiken Perlen und Steinen. Kathrin Herstelle zeigt Ziselieren und Tauschieren. Beides ab 11 Uhr. Am 28. November ab 15 Uhr geht es mit Christian Ulbrich um Perlen. Und am 5. Dezember gibt es mit Maria Kaluza zum Thema Amulett und Talisman einen Vortrag und praktische Übungen – um 11 und 15 Uhr. Am 12. Dezember zeigt Stephanie Winter Mokumegane.

Die Ausstellung am Rathausplatz ist bis zum 12. Dezember geöffnet.



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