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Das Publikum erneut schwindelig getanzt

Von Richard Peter

Hameln. Sie machen einen sprachlos – aus nichts als Bewunderung. Und sprachlos als Alternative zu kreischender Begeisterung, wie sie Popkonzerte in ungeahnte Höhen jubeln und auch die Soul Street Dance Company am Dienstagabend im Theater Hameln begleiteten. Tollhausmäßig – und nicht ohne Grund. Denn das Quartett aus Amerika – schon in der letzten Saison bejubelt, konnte diesmal auf noch mehr Stimmen zählen – und nicht nur, weil ein fünfzehnköpfiges Ensemble aus heimischen Street-Dancern zusätzlich für Furore sorgte.  Nachdem sie zu Beginn der Sommerferien einen dreitägigen Workshop mit der Dance Company absolvierten, stellten sie nun vor der Pause eine perfekte Show-Einlage auf die Bretter. Als würden sie dazugehören, zu den vier Ausnahmetänzern, die ihre Karriere tatsächlich auf der Straße starteten und zur Perfektion trieben. „Nichts, was sie nichtkönnen!“ hieß es schon in der letzten Kritik – und sie haben nichts verlernt.

veröffentlicht am 27.10.2010 um 12:44 Uhr
aktualisiert am 01.11.2016 um 11:41 Uhr

Kultur
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Von Richard Peter

Hameln. Sie machen einen sprachlos – aus nichts als Bewunderung. Und sprachlos als Alternative zu kreischender Begeisterung, wie sie Popkonzerte in ungeahnte Höhen jubeln und auch die Soul Street Dance Company am Dienstagabend im Theater Hameln begleiteten. Tollhausmäßig – und nicht ohne Grund. Denn das Quartett aus Amerika – schon in der letzten Saison bejubelt, konnte diesmal auf noch mehr Stimmen zählen – und nicht nur, weil ein fünfzehnköpfiges Ensemble aus heimischen Street-Dancern zusätzlich für Furore sorgte.  Nachdem sie zu Beginn der Sommerferien einen dreitägigen Workshop mit der Dance Company absolvierten, stellten sie nun vor der Pause eine perfekte Show-Einlage auf die Bretter. Als würden sie dazugehören, zu den vier Ausnahmetänzern, die ihre Karriere tatsächlich auf der Straße starteten und zur Perfektion trieben. „Nichts, was sie nichtkönnen!“ hieß es schon in der letzten Kritik – und sie haben nichts verlernt.
 Das beginnt immer noch meist harmlos – diesmal mit einer charmanten Pantomime, bis einer plötzlich den Turbo einschaltet und aus dem liebenswerten Geplänkel eine furiose Einlage wird – und immer: getragen von einem perfekten Gespür für Rhythmus. Und Körpern, die scheinbar ohne Knochen auskommen. Gummimenschen. Nichts, was sich nicht bewegen ließe. Mal im Zeitlupentempo, dann eckig, automatenhaft und abgezirkelt, dann wieder fließende Wellenbewegungen, Zuckungen, Eruptionen gesteigert zum Veitstanz, der urplötzlich erstarrt. Als wären die anatomische Gesetze außer Kraft gesetzt. Und zum schlicht perfekten Können gesellt sich eine Nochalance gepaart mit Charme, die vergessen lassen, wie viel Training, wie viel Schweiß und Arbeit dahinter stecken. Dennoch: Perfektion, die eben nicht nur perfekt ist – lebt. Einen mitreißt. Brillante Show – ob zu selbst erzeugten Geräuschen am Mikro – schlicht Rhythmus und Takt-Vorgabe –oder ein Elvis-Meadley von Jailhouse-Rock samt hinreißendem Übergang zu „Only You“ oder barocken Klängen, die sich erstaunlich einfügen.
 Jeder der Vier, Javier Gacia, Cedric Hicks, Roy Ramirez und Rock Williams hat seine speziellen Einlagen, die das Publikum ein ums andere Mal ausflippen lassen vor Begeisterung.
 Ein traumhaft schöner Tanzabend, vergoldet durch heimischen Glanz, der für eine Überraschungs-Nummer leuchtete, als wär’s ein Stück der Dance Company. Zu hoffen, dass dieses ebenso exzellente wie liebenswerte Kleeblatt bald wieder über Hamelns Bühne tobt – und beim nächsten Mal auch nicht ein allerletzter Platz unbesetzt bleibt.



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