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Wolfgang und Thomas Kohlhaußen musizierten in der Domänenburg

Das musikalische Poesiealbum

Aerzen. „Liebesfreud“ und „Liebesleid“ von Fritz Kreisler ¨– was könnte besser in ein „Musikalisches Poesiealbum“ passen? Und aus dem plauderte Wolfgang Kohlhaußen nun in der Reihe „Kultur in der Domänenburg“ in Aerzen. Wissenswertes und Anekdotisches erzählte der international gefragte Violinist und spielte, begleitet von seinem Bruder Thomas am Flügel, heiter romantische Musikliteratur.

veröffentlicht am 02.03.2009 um 23:00 Uhr
aktualisiert am 03.11.2016 um 10:41 Uhr

Autor:

Andrea Gerstenberger
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Einen besonderen Leckerbissen gab es im ersten Teil mit einer Ballade von George Enescu, die Wolfgang Kohlhaußen in Bukarest nach einem Konzert von Schülern des Komponisten geschenkt wurde und die nur handschriftlich überliefert existiert. Hier begeisterte neben dem Spiel der Geige die feine Klavierbegleitung. Virtuos dargeboten dann „Thema und Variationen A-Dur“ von Niccolò Paganini. Ganz im Stile des Komponisten, der schon zu Lebzeiten für seine temporeichen und komplizierten Kompositionen und sein brillantes Spiel berühmt war, stand hier zurecht die Violine ganz im Vordergrund. Kraft- und temperamentvoll entließen die Kohlhaußen-Brüder ihr Publikum danach mit „Rumänischen Volkstänzen“ von Béla Bartók in die Pause.

Mit jüdischem

Tempelgesang

Der zweite Teil dann startete mit dem wunderbar polyfon gespielten jüdischen Tempelgesang, in diesem Fall der Violine, „Nigun“ aus „Baal Shem“ von Ernest Bloch. Mit einer Reise von der Alten in die Neue Welt würdigten Thomas und Wolfgang Kohlhaußen erneut Fritz Kreisler. Der viel beklatschte, bekannte „Kleine Wiener Marsch“ mit seiner gefälligen traditionellen Melodie, ganz nach Art der klassischen Kaffeehausmusik, wurde abgelöst von „Syncopation“, einer Huldigung im Stile eines Ragtimes an Kreislers New Yorker Exilheimat. Auch hier wusste Wolfgang Kohlhaußen wieder Interessantes über Kreisler als Komponist und sein soziales Engagement zu erzählen.

Krönender Abschluss des Konzertabends: der wunderbar gespielte „Csárdás“ von Vittorio Monti. Beim Vorspiel zeigte Thomas Kohlhaußen, dass er mehr als nur die Klavierbegleitung des Bruders zu bieten hat, bevor die Violine wieder die Hauptrolle übernahm und beide zusammen ein begeistertes Publikum zurückließen, das als Zugabe noch ein kraftvolles Liebeslied von Giuseppe Samatini zu hören bekam.

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