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Das Fuchsgesicht mit dem "grünen" Gedankengut: Wilhelm Raabe

Von Johannes von der Gathen

Liest noch jemand Wilhelm Raabe? Verglichen mit seinen Zeitgenossen Theodor Fontane oder Theodor Storm, führt der 1831 in Eschershausen geborene Erzähler und Romancier ein Schattendasein in der deutschen Literaturszene. Lange wurde Raabe als kauziger, hoffnungslos anachronistischer Idylliker abgetan. Dabei gilt sein Spätwerk als erstaunlich modern.

veröffentlicht am 11.11.2010 um 12:55 Uhr
aktualisiert am 01.11.2016 um 10:41 Uhr

raabe
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Von Johannes von der Gathen
und Julia Marre
Liest noch jemand Wilhelm Raabe? Verglichen mit seinen Zeitgenossen Theodor Fontane oder Theodor Storm, führt der 1831 in Eschershausen geborene Erzähler und Romancier ein Schattendasein in der deutschen Literaturszene. Lange wurde Raabe als kauziger, hoffnungslos anachronistischer Idylliker abgetan. Dabei gilt sein Spätwerk als erstaunlich modern.

Ein Jahr vor seinem Tod empfing Raabe Besuch von seinem jungen Bewunderer Hermann Hesse. Er zeichnete ein aufschlussreiches Porträt des Autors im Ruhestand: „sehr lieb und sehr freundlich, und doch ein Fuchsgesicht, schlau, verschlagen, hintergründig, das greise Gesicht eines Weisen, spöttisch ohne Bosheit, wissend, aber gütig.“ Mit diesen Gegensätzen beschreibt der knapp dreißigjährige Hesse ganz gut auch die Doppelbödigkeit von Raabes Romankunst, die es sich immer wieder im beschaulichen Ambiente gemütlich macht, bis man merkt, dass da einiges im Argen liegt.
In Eschershausen wird es am späten Sonntagnachmittag eine Gedenkfeier anlässlich Raabes Todestag geben: mit einem Festvortrag von Prof. Dr. h. c. Gerd Biegel, der zudem einen neu erschienenen Bildband vorstellt, sowie mit einer Lesung aus Raabes Werk. Wird der deutsche Schriftsteller tatsächlich nicht ausreichend gewürdigt? Das kann Ingrid Reuther nicht unterschreiben. „Man muss auch etwas tun, damit er nicht vergessen wird“, sagt die Museumsleiterin des Raabe-Hauses aus Eschershausen. Dort gibt es regelmäßig Lesungen „mit moderner Herangehensweise, bloß nicht so muffig“, so Reuther.

 

- Lesen Sie den gesamten Text über Wilhelm Raabe auf der Kulturseite der Dewezet vom Freitag, 12. November.



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