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Ulfert Smidt und Hamelner Kantorei beschließen Orgel-Festwoche

Das fröhliche Ende eines Geburtstags

veröffentlicht am 13.09.2016 um 08:18 Uhr
aktualisiert am 25.10.2016 um 09:23 Uhr

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Autor:

Karla Langehein
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Da erklingt im Pedal unter den eifrig bimmelnden hohen Glöckchen das, was ehemals auf der Mitte alter Kredenzen oder wahlweise von einer Standuhr zu hören war: der Viertelstundenschlag von Big Ben. Ein heiteres Werk, dieses Carillon, das der uns seit langem bestens bekannte Ulfert Smidt als Abschluss seines Jubiläums-Beitrages wählte. Neben seinem spielerischem Charme stellt Viernes Carillon auch deutliche Ansprüche an virtuose Geläufigkeiten – ähnlich dem ersten Satz (Tres vitement) von J. S. Bachs frühem „Pièce d’Orgue“, einer im französischen Stil komponierten dreiteiligen Fantasie. Und danach dann, irgendwie rührend in ihrer Naivität, die naive Lautmalerei des Biberacher Organisten und Musiktheoretikers Justin Knecht, mit der er 1794 die Unterbrechung einer „Hirtenwonne“ durch ein in den äußersten Tiefen des Pedals gewaltig donnerndes Gewitter beschreibt – rund sieben Jahre, bevor Beethoven in seiner Sinfonia pastorale ein „Lustiges Zusammensein der Landleute“ und das es unterbrechende stürmische „Gewitter“ komponierte.

Im Wechsel mit den von Ulfert Smidt brillant und mit Verve interpretierten Orgelsoli sang die Hamelner Kantorei unter der Leitung von Stefan Vanselow und von Smidt begleitet drei der jeweiligen Epoche zuzurechnende Kompositionen. Zunächst Bachs immer aufs Neue bewegend schönen Choralsatz „Jesus bleibet meine Freude“. Ebenso klangschön und sicher folgte Gabriel Faurés „Cantique de Jean Racine“ – nicht nur musikalisch, sondern auch in französischer Sprache eine besondere Herausforderung für die Sänger und hervorragend gemeistert ebenso wie das nach drei Sätzen aus Max Regers hochromantischem Opus 59 gesungene „Verleih uns Frieden“ von Felix Mendelssohn Bartholdy.

Orgel und Streicher – Orgel im Kino samt Improvisation, jener Kunst, die seit altersher zu den wichtigsten Aufgaben eines Organisten zählt – und schließlich Orgel und Chor: mit ihm und Werken vom Barock bis zur französischen und deutschen Hochromantik ging der runde Geburtstag der Beckerath-Goll-Orgel heiter und fröhlich in Hamelns Marktkirche St. Nicolai zu Ende. Möge das Instrument noch lange Jahre so wunderbar klingen, den Menschen zur Freude und zur Ehre Gottes



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