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Neue Bilder von Mirko Schallenberg in der Galerie Artforum

Das Eigenleben der Dinge – in neuer Ordnung und Isolation

Hannover. Wenn diese sich einst so abgeschlossen darbietende Welt der Blumen, Früchte und Bankette, der Bücher und Jagdtrophäen geeignet ist, als ein möglicher Spiegel entscheidende Strukturen der Gesellschaft zu reflektieren – ist für die Gegenwart zu untersuchen, inwieweit das moderne Stillleben in dieser Tradition steht und in welchem Maße sich verändernde Funktionen erkennen lassen.

veröffentlicht am 23.10.2009 um 23:00 Uhr
aktualisiert am 02.11.2016 um 17:21 Uhr

Mirko Schallenberg, „Maikäfer“, 2008, Öl auf Leinwan

Autor:

Klaus Zimmer
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Von Chardin, Manet, Picasso bis zu Warhols „Suppendosen“ führt ein Weg in unsere Zeit. Die wesentlichen Schritte zur „Autonomie“ des Stilllebens hatte zwar schon Jean-Baptiste Siméon Cardin (1699 bis 1779) unternommen, bis es zur gegenwärtigen kompromisslosesten Vereinfachung und Reduzierung auf denkbar unpersönlichste Umrisslinien kam – um dann wieder einem Ausnahme-Künstler zu begegnen, der sich einen Deubel um das alles schert und so malt, wie er will: den 1967 in Northeim geborenen Mirko Schallenberg, dessen Stillleben in der Galerie Artforum zu sehen sind.

Es ist das Ungewöhnliche und Antiakademische dieser Bilder, das erst recht zutage tritt, wenn man sich die Kostbarkeit der Materialien, die ausgesuchte Vielfalt oder Exklusivität von überfüllten Banketten auf früheren Stillleben in Erinnerung ruft. Denn Schallenberg hat die Dinge aus ihrer gewöhnlichen Umgebung herausgerückt, anders als üblich zusammengestellt, in uns bekannte oder unbekannte Zusammenhänge gebracht und doch sich selbst überlassen; in der Zuordnung, der Bezugsfülle oder in der Isolation.

Der Maler dokumentiert so eindrücklich die Verfremdung von der zu entdeckenden Wahrheit der Dinge, um damit ihre Ursprünglichkeit sichtbar zu machen. Schallenbergs Gemälde überraschen durch ihre hintergründige Sachlichkeit, eine empfindsame Palette und eine Maltechnik, die in ihrer Perfektion keine Pinselspuren zulässt – gleich, ob Bilder einen Titel wie „Salzlösung“, „Perspektive“ oder „Die Falle“ tragen. Dazu der Philosoph Ernst Bloch: „Das Eigenleben der Dinge, wer kennt es? Ihre bloße Vorstellung steht also infrage, ihre Wirkung und Ausstrahlung ist ungewiss.“

Zu sehen bis 31. Oktober, Galerie Artforum, Ballhofstraße 8, Dienstag bis Freitag von 11 bis 14 und 15 bis 19 Uhr, Samstag von 11 bis 15 Uhr.



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