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"Dadada", glückliches Lächeln, Scherze und Kirchenmusik

Von Ernst August Wolf

Hameln. „Ruhe – heute Chorprobe“ informiert ein Zettel am Eingang der Marktkirche. Drinnen ertönen Stimmübungen. Ein „Dadada“ aus 160 Kehlen klettert die Tonleitern hinauf und hinab. Der Kirchenraum gleicht einem Heerlager: Rucksäcke, Mäntel und Jacken, Wasserflaschen, Frühstücksbrote, Notenblätter. Auf zwei Tribünen in den Seitenschiffen stehen die Sängerinnen, die Männerstimmen haben sich auf den Stufen zum Altar unter einem Glasbaldachin aufgestellt.

veröffentlicht am 02.11.2009 um 17:02 Uhr
aktualisiert am 02.11.2016 um 16:41 Uhr

Becker-Foss
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Dann, nach kurzer Pause, tritt Hans Christoph Becker-Foss ans Pult. Rund 90 Minuten hochkonzentrierte Probenarbeit haben begonnen. Die Aufmerksamkeit der drei Tribünen-Abteilungen fokussiert im Mann mit Taktstock und blütenweißem Hemd. Der legt ein anfangs moderates Tempo vor, findet den richtigen Ton. Voll väterlicher Autorität und Gelassenheit gegenüber den kleinen Sängern von Junger Kantorei und Kinderchor, mitunter fast kumpelhaft zu den Erwachsenen, dann wieder andeutend, dass beim nächsten Patzer – egal von wem – die Grenze zum Ungehaltensein erreicht werden könnte.

 

- Es ist Musik, die gerade in der dunklen Jahreszeit Lebensmut und Kraft vermittelt: Gioachino Rossinis „Petite Messe Solennelle“ und die „Alt-Rhapsodie“ von Johannes Brahms. Zwei der schönsten romantischen Arien für Solo-Alt, Chor und Orchester geben dem Herbstkonzert einen kostbaren Rahmen: Die „Alt-Rhapsodie“ über einen Goethe-Text des jungen Brahms und das lyrische „Agnus Dei“ des 75-jährigen Rossini. Deutsche und italienische Musik höchster Ausdruckskraft, nahezu zeitgleich entstanden. Sie sprüht von Geist und guter Laune – und überrascht immer wieder durch tief empfundene Ausdruckskraft. Die Werke werden in der Hamelner Marktkirche am Samstag, 7. November, um 18 Uhr und am Sonntag, 8. November, um 17 Uhr aufgeführt.

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