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Kubus zeigt ein perfides Kunst-Spiel zur „Doppelten Lotte“

Da würde Kästner schmunzeln

Hannover. Spätestens nach dem ersten Rundumgang wird sich so mancher vor allem älterer Besucher fragen, was man da aus „seinen Lottchen“ macht. Aber hat Erich Kästner nicht schon damals den Kanon der Kinderbücher infrage gestellt, wenn er in diesem Werk die für ihn ungewöhnlichen Figuren heraushebt? War er nicht der erste Autor der Nachkriegszeit, der sich in einem Kinderbuch mit dem Thema Scheidung auseinandersetzte? Aber ein Mord?

veröffentlicht am 11.01.2012 um 16:22 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 20:41 Uhr

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Autor:

Klaus Zimmer
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Diese Ausstellung im Kubus ist eine enorme Herausforderung: Heike Schrötker und Joanna Schulte haben das glückliche Happy End in ein „perfides Spiel mit mörderischen Absichten“ umfunktioniert. So verwandelten sie die städtische Galerie Kubus in eine Multimedia-Installation. Der Betrachter kann auf Großfotos und Filmen, einem Fachwerkhäuschen als Projektionsraum, den immer wiederkehrenden Versuch eines Zwillings erleben, nach dem Leben des anderen zu trachten. Die doppelte Lotte mordet aus Konkurrenz und aus der Unmöglichkeit der Gleichheit heraus.

Und, was würde Erich Kästner (1899 bis 1974) wohl zu diesem „perfiden Spiel“ mit seinen Figuren sagen? Kästner würde sicher schmunzeln über die im Kubus präsentierte moderne Version. Denn zugegeben: Das Ganze ist ein Mordsvergnügen!

Wir erinnern uns: Luise Palfy aus Wien und Lotte Körner aus München treffen in Seebühl aufeinander. Es stellt sich heraus, dass sie Zwillinge sind und durch die Trennung ihrer Eltern auseinandergerissen wurden. Luises Vater ist Komponist in Wien, Lottes Mutter arbeitet in München. Die Zwillinge vertauschen ihre Rollen. Bis die Familie schließlich wieder zusammenfindet.

„Das doppelte Lottchen“ erschien 1949 in Deutschland. Als Drehbuch erarbeitet, war es schon dem Regisseur Josef von Baky vorgeschlagen als „Das große Geheimnis“. Nach Kriegsende entstand die Geschichte zunächst als Roman.

Die Ausstellung „Doppelte Lotte“ im Kubus Hannover ist bis 5. Februar zu sehen.

Konkurrentinnen: Die beiden Lottes im Kubus.



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