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Superstimmung und fast 600 Besucher: Warum die erste Komische Nacht in Hameln zum Totlachen war

Comedy im Sechser-Pack

Hameln. Am Ende betrat der Tod die Bühne. Zumindest in der Sumpfblume. Zum Fürchten? Keineswegs. Nicht nur das Damen-Trio aus Bad Pyrmont war außer sich vor Begeisterung. „Zugabe, Zugabe. Wer fordert beim Tod schon eine Zugabe?“, säuselte der dunkel verhüllte, gesichtslose Sensenmann mit heller Piepsstimme, nachdem er eine knappe halbe Stunde einen Brüller nach dem anderen produziert hatte. Der Tod zum Totlachen.

veröffentlicht am 20.09.2013 um 13:28 Uhr
aktualisiert am 28.10.2016 um 02:21 Uhr

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Autor:

Ernst August Wolf
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Sechs Spielorte, sechs ganz unterschiedliche Künstler. Die hasteten im fliegenden Wechsel von Bühne zu Bühne. „Das Publikum bleibt, die Künstler wechseln“, erläutert Sumpfblumen-Chefin Marion Komarek das Konzept der ersten Komischen Nacht. Die gibt es nach Hannover, Goslar und Hildesheim nun endlich auch in Hameln. „Eben noch im vornehmen Grünen Reiter, jetzt ganz andere Leute hier in der Sumpfblume“, stellt der Spaß- und Liedermacher Gymmick aus Nürnberg fest. „Eine echte Herausforderung und ein bisschen Stress“, sagt er, während er seine Gitarre zusammenpackt, um zum nächsten Lokal zu eilen. Das Publikum bejubelt derweil seine glänzende Grönemeyer-Parodie. Die drei Freundinnen aus Bad Pyrmont sind hin und weg von Gymmicks skurriler Mitmach-Nummer „Suizid bei süßen Tieren“. Mit dem heiteren Ruf „Der CD-Verkauf läuft schleppend“ verlässt der Nürnberger die Sumpfe.

Die dort an 23 Tischen speisenden rund 160 Gäste erleben Comedy im Halbstundentakt. Da erregt sich der Bielefelder Abdelkarim („Ich bin der arabische Winter“) mit bitterbösem Blick über Hamelner Vier-Euro-Döner („Großstadtzuschlag oder was?“) und frotzelt in Kunstlederjacke und mit Glatze über „Wilhelm Bushido“, Cordhosen und Integrationsprobleme. Minuten später tigert der marktschreierische Engländer Don Clarke über die Bühne, legt – verbal – den Rollator der Oma tiefer und stellt fest: „Ich bin Bombe und bleibe so“.

Lange Anlaufzeiten können sich die Künstler nicht erlauben. Rauf auf die Bühne und Vollgas geben, das ist die Devise. Da hat es der stille, kaum eine Miene verziehende Hauke Schmidt aus Berlin schwer. Er erzählt mit viel tiefgründigem Witz von Vater und Mutter, problematisiert den Slogan „kein Kölsch für Nazis“, aber die Drei aus Bad Pyrmont bleiben skeptisch. „’N bisschen angezogene Handbremse“, maulen sie. „Is’ doch auch schwer, wenn man nach einer sehr lebhaften Nummer dran ist“, wirft jemand ein.

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„Ein bisschen Stress“: Gymmick mit Gitarre im Mexcal.

Mit einem schlagerseligen, („Einer geht noch“), blockflötenden und Radieschen ins Publikum werfenden Tod („Damit Sie wissen, wie die von unten aussehen“) und dem Versprechen „Radieschenmädchen, ich komm’ gleich noch zu dir“ endet dieser schaurig-schöne und rundum komische erste Hamelner Comedy-Marathon. Fazit: einfach zum Totlachen. Ob in der Sumpfblume oder an den fünf anderen Orten. Eine Fortsetzung ist fürs Frühjahr bereits geplant.

Eine Bildergalerie von Matthias Waldeck gibt’s auf dewezet.de. Für Hamelns zweite Komische Nacht sucht die Agentur Mitunskannmanreden interessierte Gastronomen: Tel. 04 41/3 40 44 40.



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