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In der Verfilmung von Dan Browns Bestseller „Illuminati“ gibt Tom Hanks wieder das wandelnde Lexikon

Budenzauber zwischen Religionskritik und Kunsthistorie

Und noch ein Blockbuster in diesem an Blockbustern nicht gerade armen Kinosommer. 750 Millionen Dollar spielte die Verfilmung des Dan-Brown-Bestsellers „The Da Vinci Code“ ein, allein in Deutschland sahen ihn 5,5 Millionen Menschen. Da darf eine Fortsetzung nicht fehlen. Und die mutet dem Zuschauer einiges zu. Schon die Vorlage Browns griff tief in die Trickkiste und förderte einige Sensationen zutage, die jedem Jahrmarkt zur Ehre gereicht hätten. Die Drehbuchautoren David Koepp und Akiva Goldsman haben den größten Unsinn ausgemerzt. Trotzdem ist unter der Regie von Ron Howard noch genug starker Tobak übriggeblieben.

veröffentlicht am 15.05.2009 um 23:00 Uhr
aktualisiert am 03.11.2016 um 04:21 Uhr

Ich sehe was, das du nicht siehst…: Robert Langdon (Tom H

Autor:

Michael Ranze
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Das beginnt mit dem Prolog in Genf: Aus dem größten Teilchenbeschleuniger der Welt wird eine Büchse mit frisch hergestellter Antimaterie (was immer das auch sein mag) geklaut und im Vatikan verstaut. Einen Urknall-ähnlichen Bums verheißt diese Antimaterie, eine tickende Zeitbombe, deren Wecker auf Mitternacht steht. Zwischenzeitlich ist ein oller Geheimbund, die „Illuminati“, wieder auferstanden und hat am Vorabend der Papstwahl vier auserwählte Kardinäle entführt, um sie im Stundentakt abzumurksen. Jeder Tatort enthält verschlüsselte Hinweise auf den nächsten, und jetzt kommt Tom Hanks alias Robert Langdon ins Spiel. Das wandelnde Lexikon in Sachen Kirche und Geschichte begibt sich, begleitet von einer schönen Physikerin (Ayelet Zurer), auf Schnitzeljagd durch Rom.

Die Zeit ist knapp, darum hastet Hanks im Sauseschritt voran. In den wenigen Atempausen des Budenzaubers geht es, nicht sehr tief schürfend, um den Gegensatz von Glauben und Wissenschaft. Ein bisschen Religionskritik hier, ein bisschen Kunsthistorie dort, vor allem allerlei mythisch verbrämter Pomp, der den Zuschauer zu erschlagen droht. Nicht einmal die Tatsache, dass ein deutscher, traditionsbewusster Kardinal – Armin Mueller-Stahl spielt ihn – keine Lust auf den Papst-Job hat, gereicht dem Film zu ironischem Augenzwinkern. So sieht man entgeistert zu, wie Tom Hanks die Ewige Stadt vor dem Urknall bewahrt. Denn daran bestand kein Zweifel.

„Illuminati“ läuft täglich um 15.30, 17, 19.30 und 20 Uhr im Maxx-Kino, heute auch um 22.45 Uhr. Lesen Sie auch das Interview mit Tom Hanks auf Seite 66.

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