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"Bravo", "Bravo" für Brel - grandioser Chansonabend im Theater

Von Renate Müller De Paoli
Hameln. „Lieben Sie ihn noch, den großen Jongleur der Herzen – le grand Jacques – der sich auf keine Frau einlassen konnte, aus Angst von ihr verlassen zu werden. Gepeinigt von der Angst, älter zu werden – der Protestsänger ohne Partei und Bewegung? Lieben Sie ihn noch?“ Das fragt der Schauspieler Dirk Löschner am Ende eines grandiosen Chansonabends mit Liedern von Jacques Brel sein Publikum. Bravorufe und nicht enden wollender Applaus geben dem Intendanten des Theaters der Altmark in Stendal eine eindeutige Antwort.

veröffentlicht am 04.10.2010 um 13:08 Uhr
aktualisiert am 01.11.2016 um 13:41 Uhr

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Von Renate Müller De Paoli
Hameln. „Lieben Sie ihn noch, den großen Jongleur der Herzen – le grand Jacques – der sich auf keine Frau einlassen konnte, aus Angst von ihr verlassen zu werden. Gepeinigt von der Angst, älter zu werden – der Protestsänger ohne Partei und Bewegung? Lieben Sie ihn noch?“ Das fragt der Schauspieler Dirk Löschner am Ende eines grandiosen Chansonabends mit Liedern von Jacques Brel sein Publikum. Bravorufe und nicht enden wollender Applaus geben dem Intendanten des Theaters der Altmark in Stendal eine eindeutige Antwort.
Denn liebevoll und einfühlsam hat Löschner mit seinem Programm „Pur Brel“ das Bild des großen Jacques Brel, oft gerühmt als der „beste Chansonsänger der Welt“, wieder lebendig werden lassen. Brel starb 1978 mit nur 49 Jahren an Lungenkrebs. Mit großen Gesten, Mimikspiel und Körpereinsatz zaubert Löschner die Zerrissenheit des belgischen Künstlers in seinen auf französisch vorgetragenen Liedern auf die Bühne. Eben wie le grand Jacques: lyrisch, poetisch zart seine Liebeserklärungen, gefolgt von Enttäuschung und Wut wie in „Madeleine“ oder „Ne me quitte pas“. Scharfzüngig, frivol seine Anspielungen bürgerlicher Scheinheiligkeit wie „Les Bourgois“ oder „Le Gaz“. Ergreifend seine Verzweiflung über das Altern wie in „Le Vieux“ und „J’arrive“. Sie rühren und berühren, diese Lieder. Denn aus ihnen spricht das Leben ohne Schnörkel. Dennoch spannen seine Lieder ein Netz und fangen bei aller Ironie oder Dramatik auch wieder auf.



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