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„B.B. and the Blues Shacks“ spielen 50er-Jahre-Blues mit Volldampf

Blues-Power im Turbogang

HAMELN. Das Publikum im voll besetzten Lalu ist etwas gesetzter und durchaus fachkundig. So wie Hansi Mierswa. Der Hamelner ist Fan der ersten Stunde und schwelgt in Erinnerungen an seine Zeit in den USA. „Jump-Blues damals in Kansas City. Schön, dass ich die Jungs heute hier wiedersehen kann.“

veröffentlicht am 17.12.2017 um 17:42 Uhr
aktualisiert am 18.12.2017 um 08:30 Uhr

Mitreißende Soli von Andreas Arlt (li.) waren ein Highlight des Konzertes. Auch Bruder Michael (3. v. li.) ist begeistert. Am Schlagzeug Andre Werkmeister, am Bass Henning Hauerken. Foto: EAW
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Ernst August Wolf Reporter
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Ohne viel Vorgeplänkel bricht kurz nach 20 Uhr der Blues-Sturm, den das Brüderpaar Michael und Andreas Arlt zusammen mit dem Pianisten Fabian Fritz, Henning Hauerken am Kontrabass und Andre Werkmeister am Schlagzeug entfachen, mit Orkanstärke los.

Die Mienen der drei weißhaarigen älteren Herren am Bistro-Tischchen ganz vorne strahlen tiefste Zufriedenheit aus. Die druckvoll und mit jeder Menge Bluespower vorgetragenen Titel, die die Combo ein ums andere Mal mit grandiosen Soli garniert, scheinen für das Trio eine wahre Seelenmassage zu sein. „Das ist nicht der typische Blues, den man eigentlich erwartet“, stellt der Manager von „B.B. and the Blues Shacks“ klar. „Der ist ja eher getragen, melancholisch und traurig. Das hier ist allerbester R&B, Chicago, 50er.“ Seit 1993 betreut Michael Nyemetz die aus Hildesheim stammende Combo. Die braucht nur wenige Takte, um restlos zu begeistern.

Seit 28 Jahren sind die fünf Hildesheimer auf Tour, haben von Dubai bis in die USA weltweit viele tausend Auftritte absolviert und sind mit Auszeichnungen überhäuft worden. „Die haben auch einen Preis als beste Bluesband Europas bekommen“, informiert ein Konzertbesucher seine Nachbarn. Nach Konzerten in aller Welt und mehrjähriger Pause nun also wieder einmal Hameln. Schnell wird klar, dass Andreas Arlt zu Recht als Weltklasse-Gitarrist gehandelt wird, auch hier setzt er mit seinen Soli umjubelte Akzente. „Best European Guitar Player 2004“, so sein Bruder mit einem Augenzwinkern, „ein bisschen her, aber damals immerhin vor Chris Rea.“

„Je mehr du dich mit Rockmusik beschäftigst, je mehr erkennst du, dass der Blues die Grundlage ist“, erklärt Michael Arlt. Doch was die Combo an diesem Abend auf die Bühne zaubert, ist keine simple Retro-Show. Die exzellenten Arrangements werden mit immensem Druck vorgetragen, sind gekennzeichnet von einem spannenden Wechsel zwischen technisch perfekten Soli, gleich ob nun auf der Gitarre oder virtuos auf der Mundharmonika vom schnell schweißüberströmten Michael Arlt. Nicht weniger als Weltklasse auch die Keyboard-Einlagen von Fabian Fritz.

„B.B. and the Blues Shacks“ bieten zwei Sets mit abwechslungsreichem Jump-Blues im Turbogang und eine äußerst unterhaltsame Reise in die Welt des R&B mit einer Mischung aus Soul und Chicago Blues. „War mir schon vorher klar, die haben jede Menge Drive und Groove und sind mit ihrer Bühnenperformance, mit ihrem großen Einsatz einfach einmalig“, begeistert sich nicht nur Hansi Mierswa. Ein in der Tat außergewöhnlicher Bluesabend im Turbogang.



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