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Im Gartentheater Herrenhausen gibt es auch 2018 nur Gastspiele

Blühende Landschaften?

HERRENHAUSEN. Die Bühne ist einzigartig. Die nach hinten sanft aufsteigende Spielfläche des Gartentheaters Herrenhausen ist mit Hecken und vergoldeten Figuren gesäumt. Es ist das einzige regelmäßig bespielte Heckentheater der Welt. Seit zwei Jahren wird dort das Festival „Sommernachtsträume im Gartentheater“ veranstaltet.

veröffentlicht am 29.08.2017 um 18:39 Uhr

I. Metzmacher

Autor:

Ronald Meyer-Arlt

Zuvor gab es im Gartentheater Shakespeare-Musicals vom Gespann Heinz Rudolf Kunze und Heiner Lürig. Deren „Sommernachtstraum“ im Jahr 2010 hatte – den Angaben der Veranstalter zufolge – mehr als 19 000 Besucher. Das aktuelle Gartentheaterfestival, das ein gemischtes Programm mit Lesungen, Poetry-Slam, Konzerten und Theatergastspielen bot, hatte 3500 Besucher. Weil die Zahl in etwa der des Vorjahres entspricht, werteten die Veranstalter das als Erfolg.

Lürig und Kunze wollten für das Gartentheater gern weitere Stücke produzieren, das wurde von Ronald Clark, dem Direktor der Herrenhäuser Gärten, abgelehnt. Also wird die nächste Kunze-Lürig-Produktion nicht im Gartentheater Herrenhausen, sondern im Theater am Aegi zu sehen sein. Dort soll im August 2018 Shakespeares „Wie es euch gefällt“ als Musical gespielt werden. In den kommenden Tagen soll mit dem Casting für das Musical begonnen werden. In Herrenhausen wird es 2018 mit Gastspielen beim Festival „Sommernachtsträume im Gartentheater“ weitergehen. „Etwas im positiven Sinne Leichtes“ schwebt Ronald Clark vor. Das Programm wird gerade erstellt. „Wir haben die Nachteile der diesjährigen Planung durchaus gesehen“, sagt Clark, deshalb habe man sich fürs nächste Programm externe Hilfe geholt. Eine Dramaturgin soll die Programmmacher beraten.

20 Prozent unserer Gäste kommen aus dem Ausland. Die wollen das Gartendenkmal sehen.

Ronald Clark, Direktor der Herrenhäuser Gärten

Dem Herrenhausen-Direktor ist es wichtig, dass das Gartentheaterfestival nicht zu groß wird. Die Plätze im Gartentheater wurden von früher 900 auf 450 reduziert. Das hat mit neuen Sicherheitsauflagen und Fluchtwegen zu tun – aber auch mit dem Wetter. 450 Besucher können bei Regen schnell in die benachbarte Orangerie umziehen. Ein großes Musical mit opulentem Bühnenbild passe auch nicht recht in die Herrenhäuser Gärten, sagt Ronald Clark. „20 Prozent unserer Gäste kommen aus dem Ausland. Die wollen das berühmte Gartendenkmal sehen, zu dessen Glanzpunkten das Gartentheater gehört.“ Und das dürfe in den Sommermonaten nicht durch ein Bühnenbild verstellt werden. Die Auftritte von Gaststars wie Dominique Horwitz, Gudrun Landgrebe oder Rufus Beck bei den „Sommernachtsträumen“ kämen gut beim Publikum an – und hätten den Vorteil, dass am nächsten Tag kein sperriges Bühnenbild den Gartengenuss der Touristen schmälern würde. Deshalb werde es mit diesem Format vorerst weitergehen. Aber das könne sich durchaus auch verändern. „Wir sind offen für neue Ideen“, sagt Ronald Clark.

Das Gartentheater Herrenhausen – zu sehen ist das renommierte Barockensembles lautten compagney aus Berlin. Gemeinsam mit Sopranistin Susanne Ellen Kirchesch begleiteten sie Peter Wöhler bei „Peeping at Mr. Pepys“, einer humorvollen Lesung des Tagesbuchs des englischen Flottenbeamten Samuel Pepys. Foto: Clemens Heidrich/haz
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Kunstfestspiele – Hängepartie für Metzmacher

Der Wille ist längst da und oft genug erklärt: Ingo Metzmacher soll auch über das kommende Jahr hinaus Intendant der Kunstfestspiele Herrenhausen bleiben. Sowohl die Stadt als auch Metzmacher selbst haben immer wieder betont, dass sie den 2018 auslaufenden Intendantenvertrag gern um zwei Jahre verlängern würden. Bei so viel Einigkeit kann man sich wundern, dass den zahlreichen Absichtserklärungen noch keine konkreten Taten gefolgt sind. Nun drängt die Zeit, wenn es darum geht, Künstler für die Festivalausgabe 2019 zu verpflichten.

Sicher ist die Verlängerung für den Intendanten diesmal mit größeren Veränderungen verbunden: Die Kunstfestspiele sollen eine weitgehend eigenständige Abteilung – künftig Institut genannt – werden, die direkt dem Oberbürgermeister unterstellt ist. Außerdem soll der Etat von zuletzt 1,2 Millionen Euro um 400 000 Euro aufgestockt werden. Diese Pläne wurden bereits im Juni öffentlich vorgestellt – nun müssen sie noch immer beschlossen werden. Dabei gilt es ,drei Hürden zu nehmen: Außer im Oberbürgermeister-Ausschuss, der am 14. September in dieser Sache tagt, müssen die Ratsfraktionen auch noch im Finanz- und im Verwaltungsausschuss mehrheitlich zustimmen. Sollte dabei in Details Beratungsbedarf bestehen oder sogar grundsätzlicher Zweifel aufkommen, wird sich eine Entscheidung weiter verzögern. Bei der Stadt ist man zuversichtlich, dass im Laufe des Herbstes Klarheit herrschen könnte. Sicher ist das aber nicht. Wann Metzmacher anfangen kann, konkret für die Festspielausgabe im Frühjahr 2019 zu planen, bleibt also weiter ungewiss. Die Erwartungen an ihn werden nach der geplanten Umstrukturierung sicher nicht geringer. Wie aber soll er sie einlösen, wenn er ein Programm mit heißer Nadel stricken muss?Stefan Arndt



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