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Kunst der Zukunft in Osnabrück

Blick in den Himmel

Osnabrück. Vor einem Fernsehmonitor in einem Nebengang der Osnabrücker Kunsthalle steht ein Mikrofon. Es ist so platziert, als wäre es für eine Sängerin oder einen Sänger dort hingestellt worden. Auf dem Monitor erscheinen die Worte zum Text von Whitney Houstons Schmachtfetzen „I will always love you“. Die Melodie wird durch die künstlichen Sinustöne eines Synthesizers erzeugt. Die Installation ist Teil der Ausstellung „The Future of Visions – Don’t expect anything“ des European Media Art Festivals, die bis zum 22. Mai in der Kunsthalle Dominikanerkirche zu sehen ist. Martin Backes’ Installation „What do Machines sing of?“ intoniert auch andere Popballaden der 90er Jahre. „Sie könnten inhaltlich nicht ferner von einer Maschine sein“, sagt Backes. Der Künstler will mit seiner Installation Fragen nach der menschlichen Existenz nachgehen. „Dazu gehören Gefühle“, sagt er. Wie sich die Bio-Technologie auf den Menschen auswirkt, thematisiert die kanadische Künstlerin Lu Yang in zwei Animationsfilmen. Für „Delusional Mandala“ ließ sie ihren eigenen Körper scannen und malträtierte den daraus entstandenen Avatar mit medizinischen Geräten. Noch einen Schritt weiter ging sie in dem Film „Uterusman“, in dem sie einen neuen Superhelden erschuf, der aussieht wie eine Gebärmutter, deren Antrieb Menstruationsblut ist und der seine Feinde mit „Eizellen-Lichtwellen“ bekämpft. Die Fragen nach künstlicher Intelligenz, nach den Gefahren der Digitalisierung, vor allem aber nach der Frage, welche Visionen die Medienkunst von der Zukunft hat, steht im Fokus der Ausstellung. Der Titel der Ausstellung sei eine selbstironische Betrachtung, sagt Kurator Hermann Nöring. „Das können wir uns bei der 29. Auflage des European Media Art Festivals mal erlauben.“ Der Blick des Betrachters ist in der Ausstellung im Wortsinne nach oben gerichtet. „Früher war dies immer der Blick in die Zukunft, in den Weltraum“, sagt Nörings Co-Kurator Franz Reimer. Daher hängen die Leinwände, auf die die Filme einiger Künstler projiziert sind, auch im „kirchlichen Himmel“, wie Reimer sagt.

veröffentlicht am 20.04.2016 um 16:54 Uhr
aktualisiert am 25.10.2016 um 10:19 Uhr

Autor:

Thomas Wübker
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