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Bizets Oper "Carmen" im Theater: Erotik-Hit ohne Sinnlichkeit

Von Richard Peter

Hameln. Auf einen einfachen Nenner gebracht: eine wunderbare Carmen – und ziemlich das Gegenteil: Don Jose – auch wenn das hart klingt. Dazu eine Regie, die für Personenführung steht, was aber nur Behauptung bleibt. Es war ein zwiespältiger Abend mit den Hildesheimern, die als Theater für Niedersachsen (TfN) am Mittwoch mit Bizets Erotik-Hit auf unserer Bühne Station machten.

veröffentlicht am 29.10.2009 um 15:53 Uhr
aktualisiert am 02.11.2016 um 16:41 Uhr

Carmen
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Was immer sich Regisseure und ihre Bühnenbildner – in diesem Fall Werner Sauer und Ulrike Melnik – ausdenken, bei Carmen kommen sie um eines nicht herum: Sinnlichkeit. Das hat nichts mit Folklore zu tun. Kein Schuhplattler auf Spanisch, dafür: Erotik pur. Und die sucht man in dieser Inszenierung vergebens – selbst eine Sarah Ferede steht hier auf verlorenem Posten. Eine wunderbare Sängerin, aber schon ihre „Habanera“ kann in diesem Arrangement auf leerer Bühne keine Wirkung erzielen. Nota bene der Chor, das heißt die Polizisten und die Fabrikarbeiterinnen samt Kinderauftritt, altes Stadttheater präsentieren. Wenn Don Jose bei Carmens Auftritt bereits schmachtet, hat die potenzierte Herausforderung für Männer keinen Grund, ausgerechnet ihm die Rose an den Kopf oder in den Schoß zu werfen. Nur wenn Don Jose sie als Einziger ignoriert, wird er interessant, kann das Schicksal seinen Lauf nehmen.

 



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