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Hamelner Chansonsängerin begeistert im Lalu mit Liedern voll Poesie

Birte und ihr alltäglicher Wahnsinn

Hameln. Von der Bühne herab ihre eigenen Titel anzumoderieren ist nicht unbedingt die Stärke der 26-jährigen Hamelnerin, die jetzt in Hamburg lebt. Wenn sich Birte Gäbel, die „norddeutsche Frohnatur“ aber an Keyboard oder Klavier setzt und ihre in Töne gefassten Texte über „die großen und kleinen Dinge des Alltags“ vorträgt, dann verschlägt es einem glatt die Sprache.

veröffentlicht am 01.03.2009 um 23:00 Uhr
aktualisiert am 03.11.2016 um 10:41 Uhr

Die Hamelnerin Birte Gäbel begeisterte im Lalu  Foto: Wolf

Autor:

Ernst August Wolf
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Birte Gäbel gelingen Texte voll Eindringlichkeit, Innenansichten von Selbstzweifel und Unsicherheit, unbeantwortete Fragen nach Sinn, Schicksal und Glück. „Kann ich’s schaffen oder soll ich’s einfach lassen?“ ist dabei die in ihrem „Traum vom Leben“ gestellte Grundfrage.

Birte Gäbel, für die gelegentlich „der Mond für die Sonne scheint“, präsentiert Bilder von großer poetischer Dichte, stets mit einem unverkennbaren Hauch von Melancholie, unerhört authentisch, in jeder Zeile ehrlich und überzeugend.

Keine Berieselung, so hatte sie versprochen, sondern Musik zum Mitlachen, Mitweinen, ja auch Mitklatschen, vor allem aber Mitdenken. Sie löst ihr Versprechen ein.

Aber auch Provokant-Ironisches kommt nicht zu kurz. Unnötig, dass sich Birte Gäbel ein verspätetes Karnevalshütchen aufsetzt. „Ich wollte nur ehrlich sein, versteh’ nichts von Spielchen“, singt sie, eine treffende Selbstcharakterisierung.

Mitreißende

Begleitung

Auch ihre musikalischen Begleiter an diesem Abend sind mitreißend, die beiden Hamburger Mads Rohde und Björn Dumke (Gitarre und Bass) mit einfühlsamen Soli, nicht minder gefühlvoll die rhythmische Ausstattung von Gäbels Innenansichten durch Raphael Becker-Foss am Schlagzeug.

Auch die beiden Hintergrund-Sängerinnen Rike Pfeiffer und Lena Jeschke erwiesen sich als mehr als nur optisches Beiwerk, sondern sorgten für eine überzeugende musikalische Garnierung, mal funkig, mal mit einem Hauch von Soul und Jazz.

Lindenberg und vielleicht auch Helge Schneider, das seien ihre Vorbilder, so Birte Gäbel und zögert, denn wichtiger sei ihr wohl die Frage, wer sie selbst sei. Anhaltender Applaus eines begeisterten Publikums.

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