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Renate Gümpel und Walter Hedemann

Bilderschau: Die stille Welt des Pinsels

HAMELN. Es ist ein kleines Jubiläum in den Praxisräumen am Posthof in Hameln, denn es handelt sich dort um die 60. Ausstellung. Gezeigt werden Bilder von Renate Gümpel und Walter Hedemann.

veröffentlicht am 09.04.2017 um 19:38 Uhr
aktualisiert am 09.04.2017 um 20:10 Uhr

Renate Gümpel und Walter Hedemann zeigen ihre Bilder in der Hamelner Praxis am Posthof. Foto: Dana
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Autor

Richard Peter Reporter
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Schlicht ein unerschöpflicher „Multi“: Walter Hedemann, dieser „Meister der Satire“, wie er von der Presse immer wieder gefeiert wurde, auch als „scheuer, scharfer Poet“. Reinhard Mey nannte ihn „… den genialen Wortkünstler, dem ein Platz im Pantheon der Liedermacher gebührt“. Was war er nicht alles, dieser „kabarettistische Chansonnier mit den vielen Talenten“, der für Hameln immer nur der „singende Studienrat“ blieb. Jetzt malt er auch noch.

Zusammen mit Renate Gümpel zeigt er seit Sonnabend Vormittag seine Arbeiten in der Praxis am Posthof. Er ordnet sie als „Neue Hamelner Spätromantik“ ein, als „Spätrealismus“. Bevorzugte Sujets: Häuser im Fels, Seebild mit Bäumen, Blumenbilder, Schnecken, Vögel auf einen Zweig gereiht. Liebenswerte Grafik, Natur-Notate. Über-, An- und Augenblicke festgehalten. Und Renate Gümpel ganz Farbe und Porträtistin. Frauenbildnisse vor allem, aber auch Landschaften. Bilder als Abbild.
Die Praxis ist Hamelns wohl
meistbesuchte Galerie

Dr. Markus Hedemann – so nebenbei Hamelns Lego-Künstler – behauptet als Sohn mit Recht, dass es diese Praxis ohne Walter Hedemann nicht gäbe. Als eine Art fundamentaler Einsicht. Und als Einstieg und Rahmen. Ramona Wege, im Ärzteteam am Posthof für Allgemeinmedizin zuständig, präsentiert eine Uraufführung zur Gitarre und mit dem Refrain „das ist die Praxis am Posthof“. Alltag mit „Schnell noch Ihr Blut“ oder „Sie haben mich wohl vergessen“ und die Weihnachtsfeier als Highlight. Mit sehr hohem Sopran und so leise wie intensiv vorgetragen – dann noch ein Wader-Klassiker und „nichts bleibt, wie es war“.

Und Walter Hedemann beim Wort genommen mit dem Prolog aus „Maler Klecksel“ von Wilhelm Busch. Satire, die sich charmant selbst meint. Brillant rezitiert, ein Meister halt. Und bei „Die Stille Welt des Pinsels“ erinnert, dass Hedemann zeitlebens unter Lampenfieber gelitten hat. Ein typisches Zitat von ihm: „Denn das Publikum ist immer in der Mehrheit – und ich bin allein auf der Bühne.“ Die Praxis ist die vermutlich besuchteste Galerie der Stadt und zugleich ein Ort nicht nur für Kunst-Begeisterte.

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