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Am Wochenende können Besucher den Neubau besichtigen

Berliner Schloss im Schlussspurt

BERLIN. Bis zu drei Millionen Besucher jährlich werden erwartet. Ein Jahr vor Eröffnung lädt das Berliner Schloss schon mal zu einer Schnuppervisite.

veröffentlicht am 21.08.2018 um 16:45 Uhr

Ende 2019 sollen erste Publikumsbereiche des Humboldt Forums im Berliner Schloss öffnen. Foto: dpa

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Nada Weigelt

Friedrich der Große hielt nicht gerade viel von seinem Großvater. Er sei „eitel und glanzsüchtig“ gewesen und habe einen Hang zu „verschwenderischem Prunk“ gehabt, schrieb der Nachfahre über Friedrich I. (1657–1713), den ersten preußischen König. Dem Repräsentationsbedürfnis des Herrschers verdankt Berlin den Schlüterhof, ein herausragendes Meisterwerk des Barock.

An diesem Wochenende (25./26. August) können Besucher bei den Tagen der offenen Baustelle im wiederaufgebauten Berliner Schloss erstmals wieder ein Gefühl für die einstige preußische Pracht bekommen. Drei Fassaden wurden originalgetreu rekonstruiert, nur die westliche Seite bietet mit ihrer modernen Betonoptik einen spannungsreichen Gegensatz.

„Kieke, staune, wunder Dir!“ heißt das Motto des Publikumswochenendes. Und es wird das letzte sein, wie die Verantwortlichen ankündigen. Denn im kommenden Jahr soll hier unter dem Namen Humboldt Forum das neue Museums- und Kulturzentrum in der Mitte Berlins öffnen – zumindest ein erster Teil.

Fast fertiggestellt werden bei einem Presserundgang anlässlich der diesjährigen Tage der offenen Baustelle im Berliner Schloss die Räume des Ethnologischen Museums und des Museums für Asiatische Kunst der Staatlichen Museen zu Berlin präsentiert. Fot
  • Fast fertiggestellt werden bei einem Presserundgang anlässlich der diesjährigen Tage der offenen Baustelle im Berliner Schloss die Räume des Ethnologischen Museums und des Museums für Asiatische Kunst der Staatlichen Museen zu Berlin präsentiert. Foto: dpa
Drei Fassaden des Berliner Schlosseswurden originalgetreu rekonstruiert, nur die westliche Seite bietet mit ihrer modernen Betonoptik einen spannungsreichen Gegensatz. Foto: dpa
  • Drei Fassaden des Berliner Schlosseswurden originalgetreu rekonstruiert, nur die westliche Seite bietet mit ihrer modernen Betonoptik einen spannungsreichen Gegensatz. Foto: dpa

„Wir sind zuversichtlich, mit einem klugen Baumanagement die noch ausstehenden Arbeiten rechtzeitig abschließen zu können“, sagt Hans-Dieter Hegner, Bauvorstand der verantwortlichen Stiftung, am Dienstag bei einer Baustellenbegehung.

Auch mit den Gesamtkosten von rund 600 Millionen Euro liege man im Plan. „Das Budget reicht. Wir werden es nicht reißen.“

Eine Lücke gibt es allerdings bei den Spenden. Von den zugesagten 105 Millionen Euro zur Rekonstruktion der historischen Fassaden fehlen noch 20 Millionen. „Wir werden nicht aufhören, bevor wir das Geld zusammenhaben - solange der liebe Gott mich lässt“, sagt Wilhelm von Boddien (76), der Vorsitzende des Fördervereins und Mitinitiator des Projekts.

Ein ansehnliches Sümmchen dürfte am Samstag durch das Benefizkonzert der Berliner Philharmoniker hereinkommen. Das weltberühmte Orchester spielt unter Leitung seines künftigen Chefdirigenten Kirill Petrenko Richard Strauss und Beethovens 7. Sinfonie. Der Eintritt pro Person kostet schlappe 295 Euro. Die Einnahmen für fast 1500 Tickets sollen zu hundert Prozent dem Schloss zugute kommen. „Ausverkauft“, melden die Veranstalter.

Kostenfrei ist das Konzert in einer Live-Übertragung direkt gegenüber im Berliner Dom zu hören, das RBB-Fernsehen sendet am Abend eine Aufzeichnung (22.15 Uhr). „Wir wollen mit diesen Tagen der offenen Tür auch ein bisschen an die Spenderherzen rühren. Das haben wir nötig“, sagt Bauvorstand Hegner.

Dazu gibt es ein buntes Programm mit Informationen über Bau und Architektur, Mitmach- und Experimentierstationen, Musik und Streetfood. Am Sonntagnachmittag beschließt die Berliner Showtanzgruppe der Brasilianerin Girlene Santos mit einer Sambashow das Programm – als Referenz an eine der größten Volkstanzkulturen der Welt, wie die Verantwortlichen betonten.



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