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In „Prometheus“ schickt „Alien“-Regisseur Ridley Scott Archäologen auf einen düsteren Planeten

Beinahe eine Schöpfungsgeschichte

Im Jahr 1979 revolutionierte Ridley Scott mit „Alien“ das Science-Fiction-Genre und schuf eine atemberaubende Mischung aus düsterer Zukunftsvision und nervenzerrendem Horror. Dazu präsentierte er mit Sigourney Weaver eine tatkräftige Heldin, nicht zu vergessen das furchterregende Monster, geschaffen von H.R. Giger.

veröffentlicht am 08.08.2012 um 17:40 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 01:21 Uhr

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Autor:

Michael Ranze
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Mit den folgenden drei „Alien“-Filmen hatte Scott nichts mehr zu tun, doch nun kehrt er mit „Prometheus“ zu dem Mythos der Moderne zurück und erzählt seine Vorgeschichte.

Dabei holt er diesmal sehr viel weiter aus und berührt sogar Fragen der Schöpfung. In einem kurzen Prolog entdecken nämlich die Archäologen Elizabeth Shaw (Noomi Rapace) und Charlie Holloway (Logan Marshall-Green) uralte Malereien, die an bestimmten Orten über die ganze Welt verteilt sind und Auskunft über die Herkunft von Außerirdischen geben. Eine Weltraum-Expedition der Weyland Industries, vertreten durch Meredith Vickers (Charlize Theron), soll mehr herausfinden und vielleicht sogar die Ursprünge des menschlichen Lebens entdecken. Zur Forschergruppe um Shaw und Holloway gehört auch der Androide David (Michael Fassbender). Die zweijährige Expedition führt die Passagiere der „Prometheus“ schließlich auf einen düsteren Planeten, der gleichwohl Hinweise auf eine untergegangene Kultur enthält. Immer weiter dringen die Forscher in die verzweigten Katakomben eines erdähnlichen Felsens ein – mit erschreckenden Folgen.

Ridley Scott, der bereits mit „Blade Runner“ eine ganz eigene Vision der Zukunft entwarf, erweist sich auch hier als Meister fantastischer Bilder. Mit raffiniertem 3-D fängt er beeindruckend eine düstere, klaustrophobische Welt ein und überwältigt mit unglaublichen Set-Designs. Staunend sitzt man im Kinosessel.

Kenner von „Alien“ werden darüber hinaus viele Verknüpfungen entdecken, vom Androiden über die ausführlich geschilderte lange Reise bis zum Monster. Die Geschichte der Schöpfungssuche bewegt sich mitunter haarscharf an der Grenze zur Esoterik, verleiht „Prometheus“ aber zusätzliches Gewicht und Komplexität.

Um so bedauerlicher ist es, dass Autor Damon Lindelof, bekannt durch die TV-Serie „Lost“, nur haarsträubende Dialoge eingefallen sind, die sich auf Handlungsanweisungen und pseudophilosophische Plattitüden beschränken. Besser, man hört nicht hin und genießt die aufregenden Bilder.

Als Lisbeth Salander wurde die Schauspielerin Noomi Rapace in Stieg Larssons Romanverfilmungen bekannt. In „Prometheus“ spielt sie nun die Archäologin Elizabeth Shaw. Foto: dpa

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