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Rudolf Buchbinder im NDR-Sendesaal

Beethovens Erbe

Hannover. Wovon soll man nur zu reden beginnen, nach einem so schönen Klavierabend mit Beethoven-Sonaten, gespielt vom Doyen unter den Beethoven-Interpreten, Rudolf Buchbinder? Von der Klarheit, mit der der 65-Jährige im Großen NDR-Sendesaal die Strukturen der klassischen Werke freilegt? Von der Feinheit, mit der er die unerhörten Ideen des Komponisten mit fast mikroskopischer Genauigkeit zum Klingen bringt? Jede harmonische Wendung Beethovens kann man verfolgen, als läge der Notentext wie ein aufgeschlagenes Buch vor einem.

veröffentlicht am 26.03.2012 um 17:37 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 12:41 Uhr

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Autor:

Jutta Rinas
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Gleich zu Beginn des ersten Stücks – in der Sonate f-Moll op. 2,1 – erklingt statt C-Dur plötzlich ein c-Moll-Akkord. Ein Stimmungswechsel in einem Sekundenbruchteil, aber was für eine Überraschung für den Zuhörer! Beethoven weicht hier von den klassischen Konventionen ab, taucht das helle Dur in das dunklere Licht eines c-moll-Akkordes.

Soll man vom Humor mancher Sonatensätze sprechen, den Buchbinder an diesem Pro-Musica-Abend vortrefflich herausarbeitet? Zum Beispiel in dem erstaunlichen, marschartig steifen und darum nur umso witzigeren 2. Satz in Beethovens Sonate G-Dur op. 14,2? Oder soll man von der großen Leidenschaft erzählen, mit der der Pianist durch die Sonate d-Moll op. 31,2 jagt, ohne dabei seiner Liebe zum Detail untreu zu werden?

Man muss sich – was für ein Glück – gar nicht entscheiden. Denn das Publikum kann diesen großen Beethoven-Interpreten noch häufiger hören. Nach 30 Jahren führt Rudolf Buchbinder hier erstmals wieder den gesamten Zyklus der Beethoven-Sonaten auf: an sieben Abenden. Die beiden nächsten Termine: 3. Februar 2013 und 7. April 2013.



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