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Promi-Abend im gut besuchten Theater Hameln: „Oscar und Felix“

Beerdigung der Gewürzgürkchen

Hameln. Neil Simon und die Promis – sie führen eine der wohl längsten Ehen, die im 20. Jahrhundert geschlossen worden sind. Walther Matthau und Jack Lemmon, Steve Martin und Chevy Chase sind nur einige der Schauspieler, die in den Verfilmungen von Simons Drehbüchern vor der Kamera standen. Leichte Boulevardkomödien sind es, für die der Dramatiker bekannt ist – sogar ein paar 1000 Kilometer vom Broadway entfernt. Weil am Freitag auch im Theater Hameln in Simons „Oscar und Felix“ zwei bekannte Schauspieler auf der Bühne stehen, wundert es nicht, dass das Haus sehr gut besucht ist. Der Promifaktor mag manch einen Zuschauer darüber hinwegtrösten, dass „Oscar und Felix“ noch unter dem Niveau von US-Sitcoms anzusiedeln ist. Und dass Katja Wolf mit ihrer Inszenierung wenig Schadensbegrenzung betreibt. Für den gefälligen Zweiakter des Eurostudios Landgraf gibt es langen Applaus.

veröffentlicht am 18.11.2012 um 15:52 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 12:21 Uhr

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Autor:

Julia Marre
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Leonard Lansink („Wilsberg“) spielt den einfach gestrickten Oscar. „Geschieden, pleite, verlottert“ ist sein Motto. Als der heulsusige Pokerkumpane Felix von seiner Frau rausgeschmissen wird, zieht er bei Oscar ein. Natürlich hat die ungleiche Männer-WG ihr Konfliktpotenzial: Felix will putzen, Oscar Dreck machen. Felix will Gewürzgürkchen reichen, Oscar will pokern. Felix will reden, Oscar fernsehen. Wie kleine Jungs zoffen sie sich wegen der spanischen Nachbarinnen. Und am Ende – oh Wunder! – schlagen deren Herzen nur für den zarten Felix.

Heinrich Schafmeister hat als Hausfrau-Pendant Felix zwar eine Paraderolle – meint es mit dem Slapstick, den diese bietet, aber schnell zu gut. Viel zu gut. Ebenso wie die Costazuela-Schwestern: Mirjam Radovic und Amor Schumacher spielen sie fernab von Rasseweibern als stupide Nervensägen, die an einem seltsamen Choreographie-Syndrom leiden. Einzig Dietmar Pröll als Pokerfreund Vinnie überzeugt in seiner Rolle – Lansink gibt den nörgelnden Oscar immerhin authentisch. Promifaktor hin oder her – Theater braucht keine Albernheiten, um lustig zu sein.

„Hola“: Oscar (Leonard Lansink, links) und Felix (Heinrich Schafmeister) laden die Nachbarinnen ein. Foto: Dietrich Dettmann



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