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Großartiger Improvisationsabend mit Dirk Engelhardt in der Sumpfblume

Balsam für die Seele

HAMELN. „Das ist Balsam für die Ohren“, kommentiert Tanja Hoffmann, die sich selbst als Jazz-Einsteigerin bezeichnet. „Das ist ganz wunderbare Musik, die diese tolle Gruppe spielt.“ Die tolle Gruppe – das waren am Sonntagabend in der Sumpfblume der Hamelner Saxofonist Dirk Engelhardt, der Berliner Musikprofessor Wolfgang Köhler (Piano), Robin Draganic (bass) und der Drummer Dennis Stilke, die in dieser Formation zum ersten Mal zusammenspielten, und sich doch anhörten, als improvisierten sie schon seit Jahrzehnten zu Themen aus dem „American Songbook“.

veröffentlicht am 26.02.2018 um 16:11 Uhr

Dirk Engelhardt (Sax), Wolfgang Köhler (Piano), Robin Draganic (Bass) und Dennis Stilke (Drums) glänzten in der Sumpfblume mit wunderbarem Modern Jazz. Foto: wft
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Autor

Wolfhard F. Truchseß Reporter

„Ich bin wirklich sehr aufgeregt“, erklärte Engelhardt zum Auftakt des Konzerts, „ich hab‘ schon so lange nicht mehr in Hameln gespielt.“ Dabei gehörte er einst während der Weihnachtskonzerte zu der legendären Band „Mein Härtz lässt dich grüßen“, hat also die Hamelner Musikszene bestens im Gedächtnis und nutzt seine Kontakte, um während einer Mini-Tournee mit seinen drei Kollegen einen Abstecher nach Hameln zu machen.

Auch Alfred Finke, eigentlich im Dixieland daheim, ist beeindruckt von der Art des Quartetts, Modern Jazz zu präsentieren. Sein Kommentar: „Ich habe allergrößte Hochachtung vor der Spielfreude dieser Künstler, vor ihrem Können.“

Die Stücke, welche die vier Musiker präsentieren, haben keine festen Arrangements. „Wir sprechen nur kurz die Themen und die Harmonien ab“, erklärt Engelhardt ihre Performance, „und dann wird durchgehend improvisiert. Das gibt uns größere Freiheiten, zu musizieren, es stärkt die Spielfreude, wenn wir miteinander kommunizieren.“ Es ist ein permanentes genaues Hinhören, ein hohes Maß an Aufmerksamkeit, mit dem sich die Musiker gegenseitig begleiten, sich zurücknehmen, die Themen variieren, neu aufnehmen, klare Linien entwickeln oder mit fabelhaften Soli glänzen. Man spürt die Hingabe an diese Art von Jazz, der sich in der Modulation auch bekanntester Stücke alle Freiheiten nimmt, den Sound mit einem ganz eigenen Stil zu prägen.

Engelhardt hat vor allem seine Lieblingsstücke aus dem Songbook ausgewählt – Kompositionen vor allem aus den 40er und 50er Jahren von Duke Ellington etwa oder auch von Jerme Kern. Vor allem aber – das Quartett nimmt sich alle Zeit der Welt auch langsame Stücke mit tiefem Ausdruck zu präsentieren, „Sophisticated Lady“ von Duke Ellington zum Beispiel. Das ist dann nicht nur Balsam für die Ohren, sondern wirklich Balsam für die Seele.

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