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Die Junior Company des Bayerischen Staatsballetts mit hinreißenden Choreografien im Theater

Ballett zum Liebhaben mit den künftigen Stars

Hameln. Sie sind – mit und ohne Spitze – einfach spitze. Und wie schon bei der Netherlands Dance Company, die mit ihrem Nachwuchs ein eigenes Ensemble 2 schuf und auch zu uns schon erfolgreich auf Tour schickte – besitzt auch das Bayerische Staatsballett eine „Junior Company“, die den Alten – die ja auch meist noch sehr jung sind – durchaus auch mal die Show stehlen könnte. Denn was ihr an Erfahrung und Sicherheit noch fehlt, ersetzt sie allemal durch Jugend, Begeisterung, auch Leichtigkeit, bezwingende Musikalität, Humor, Witz und Unbekümmertheit. Ihre Stärke: Individualität und ein ungewohnt breites Spektrum, das sie offensichtlich jederzeit – wie auch am Donnerstagabend im Theater Hameln – abrufen können. Auch wenn beim Pas de six aus Tschaikowskys „Schwanensee“ aus dem ersten Akt die Abstimmung noch nicht so ganz stimmte, wie später in George Balanchines „Allegro Brillante“, ebenfalls zu Tschaikowsky, aber diesmal zu seinem 3. Klavierkonzert. Darin wurde auch die hohe, so schwierige Kultur des Corps de Ballet zelebriert. Übrigens auch der Solopart in den Pas de deux mit Elisa Mestres und Nicholas Losada, die Balanchine extrem schwierig gestaltet hat.

veröffentlicht am 21.12.2012 um 14:15 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 09:21 Uhr

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Autor:

Richard Peter
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So perfekt die Junior Company das klassische Repertoire auch beherscht – beeindruckend beispielsweise das seitlich in der Luft und Batterie genannte Zusammenschlagen der Füße bei den Männern, perfekt synchron und meisterlich – so richtig wohl fühlt sich der Nachwuchs in den freieren Formen, wenn es um Rhythmus und Darstellung geht. Ob „The New 45“ in der Choreografie von Richard Siegal mit den coolen Jazz-Rhythmen oder „Na Floresta“ zur genialen Musik von Heitor Villa-Lobos.

Bezaubernd nach der Pause: „Boy Meets Girl“ mit drei Paaren, das eigens von Simone Sandroni für die Junior Company geschaffen wurde. Stationen einer Liebe – die drei Herren baggern bravourös und machomäßig die Mädels an, die sie supercool abblitzen lassen, die jungen Herren an der Nase herumführen – auch wörtlich. Dann dreht sich die Situation und die Herren, endlich erfolgreich, wollen sich, Schiss vor der eigenen Courage, aus dem Staub machen und werden von den jungen Damen abgeschleppt und in die Gassen geschoben. Eine hinreißende Parodie – und unverkennbar der Spaß, den das Nachwuchs-Ensemble dabei hat.

Sicher ein Höhepunkt: „Intuition Blast“ in der Choreografie von Ralf Jaroschinski zu Tschaikowskys Walzer aus dem ersten Schwanensee-Akt, und dem ebenso berühmten wie beliebten Pas de Quatre der vier kleinen Schwäne. Eine Zitterpartie – und hier ganz unkonventionell getanzt von Devon Carbone und Carlos Salcedo de Zarraga. Zwei Ohrwürmer, ironisch gebrochen und so ganz anders interpretiert und hinreißend getanzt.

Ein begeisternder Abend mit Ballett, das alle Spielarten des Genres präsentiert. Ballett zum Liebhaben. Und eines ist sicher: Wer diese Talente – und Könner – nicht engagiert, ist selber schuld. Denn sie sind vermutlich die künftigen Stars der Ballett-Szene.

Große Talente: die Tänzer der Junior Company vom Bayerischen Staatsballett. Foto: Theater



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