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Stefan Kagl brillierte mit seinem Spiel auf der Führer-Orgel in der Christuskirche

Bad Pyrmonter Orgelfrühjahr endete spektakulär

BAD PYRMONT. Mit einem leichten und doch virtuosen Orgelkonzert beendete der Kantor und Organist am Herforder Münster, Stefan Kagl, in der Christuskirche die diesjährige Konzertreihe des Bad Pyrmonter Orgelfrühjahrs.

veröffentlicht am 13.05.2019 um 17:35 Uhr

Kantor und Organist brillierte durch seien Spielfreude. Foto: stefan kagl/pr
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Autor

Rudi Rudolph Reporter
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Kein stringentes Thema durchzog dieses Konzert, eher verlief es „von Toccata zu Toccata,“ wie Stadtkirchenkantor Dirk Brödling in seiner kurzen Einführung bemerkte. Nämlich am Anfang stand die sehr bekannte „Toccata con Fuga d-Moll“ BWV 565 von Johann Sebastian Bach, einfühlsam und mit wuchtigen Akzenten versehen, und den Schluss bildete das bekannteste Orgelwerk Charles M. Widors, des französischen Titularorganisten an der Pariser Kirche Saint-Sulpice, wo er an der dortigen Cavaillé-Coll-Orgel die populäre „Toccata aus der V. Symphonie op. 42/1“ komponierte.

Höchst interessant das auf Bachs Toccata folgende „Interludium“ des in Israel geborenen und in Berlin lebenden Pianisten Ohad Ben-Ari, das zurückhaltend und sphärisch begann und wobei die Orgel von Stefan Kagl eher gestreichelt wurde. Allerdings erhöhte sich das Volumen schließlich bis zum Crescendo. Das angenehm moderne Stück ähnelte in manchen Teilen der „Incantation pour un jour Saint“ von Jean Langlais, das mit einem brachialen Beginn und schwierigen Läufen sicherlich nicht für alle Ohren gemacht war. Relativ breiten Raum nahmen die vier Kompositionen von Louis James Alfred Lefébure-Wély ein, den Dirk Brödling als zuvor „Salonpianist “ eingestuft hatte. Anlässlich dessen 150. Todestages wird er wohl heutzutage häufiger gespielt, und der salonhafte mondäne Stil zog sich durch alle Stücke. Spanisch angehaucht und mäßig temperamentvoll beim „Boléro de concert op. 166“, leicht, kokett und träumerisch bei „Soupis Et Regrets“, italienisch und tarantellahaft anmutend das „Sur Le Golfe“, und der eher volkstümlich auftretende „Marche C-Dur“.

Ein munterer Querschnitt durch Orgelkompositionen, die der Spielfreude von Stefan Kagl sehr entgegen kamen und auf der Führer-Orgel der Stadtkirche große klangliche Brillanz erreichten.

Der „Chant du soir“ des italienischen Komponisten Marco Enrico Bossi passte mit seiner zarten Emotionalität in das Spektrum des Abends, das dann noch Raum für zwei Ausflüge in die Opernwelt gab. Es ist selten, dass Opernkompositionen Eingang in Orgelinterpretationen finden, doch Giacomo Puccinis „La Tragenda – Geisterjagd“ aus der Oper „Le Villi“ war ein furioses Beispiel für die Illustration dieser Jagd vor dem inneren Auge, ging es doch hin und her, auf und ab, und endete ebenso furios. Ganz das Gegenteil dann Puccinis „Preludio Sinfonico“ in der Transkription von Otto Depenheuer, das opernhaft opulent daherkam, bevor Charles M. Widors Toccata den Schlusspunkt unter das Konzert und das 5. Bad Pyrmonter Orgelfrühjahr setzte.



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