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Was Bildhauer Tony Cragg und Fotograf Lewis Baltz in der Kestnergesellschaft zeigen

Außerhalb von Normen und Standards

Hannover. In einer offensichtlich technologiegesteuerten Gesellschaft vergisst man leicht, dass es die Künstler sind, die als erste die Träume träumen, die von Wissenschaftlern und anderen aufgegriffen und in Zukunftsprojekte umgesetzt werden. „Als Bildhauer bin ich leidenschaftlicher Materialist“, sagt Tony Cragg, „ich glaube, dass alles, was wir wissen, die Wirklichkeit um uns herum, unsere Intelligenz und selbst unsere Gefühle Aspekte von Material sind und das Material unvorstellbar und wunderbar ist. Warum sollte ich davon nicht überzeugt sein, wo ich und mein Leben doch daraus bestehen.“

veröffentlicht am 13.09.2012 um 17:39 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 21:21 Uhr

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Autor:

Klaus Zimmer
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In der Kestnergesellschaft sind jetzt neben früheren Werken neue und noch nie vorgestellte Einzelstücke des Bildhauers zu sehen, die außerdem in der NORD/LB art gallery vorgestellt werden.

Tony Cragg, eigentlich Anthony Douglas Cragg (geboren am 9. April 1949 in Liverpool), ist der Sohn eines Piloten und Elektroingenieurs in der Luftfahrtindustrie. Er lehrte ab 1979 an der Kunstakademie Düsseldorf, seit 1988 ist er dort Professor, um 1994 als Professor für Bildhauerei an der Hochschule der Künste in Berlin zu beginnen. 2009 löste Cragg Professor Markus Lüpertz in Düsseldorf als Rektor ab.

In seiner ersten Ausstellung 1985 in der Kestnergesellschaft hat sich Tony Cragg vornehmlich mit dem Sammeln abgelegter Gegenstände und deren anschließendem Stapeln, Arrangieren, Hängen und Kleben auseinandergesetzt. Carl Haenlein schrieb damals über dieses Werk. „Wie ein Tänzer bewegt sich Cragg durch die Halle …“

Diese Energie scheint ungebrochen, denn Cragg arbeitet heute in seinem Wuppertaler Atelier gleichzeitig an mehreren Skulpturen und sein Interesse an der Herstellung von Bildern – großformatige, farbige Werke – und Objekten, die weder in der Natur noch in der funktionalen Welt existieren und seine Empfindungen über die Welt und

seine eigene Existenz widerspiegeln, hält bis heute an. „Kunst stellt sich außerhalb von Normen und Standards, die für die meisten Menschen verbindlich sind, und wird zu Testgelände für neue Formen und Bedeutungen“, sagt Tony Cragg.

In der anderen Ausstellung, die die Kestnergesellschaft nun eröffnet, sind Werke von Lewis Baltz, einem der wichtigsten Vertreter der konzeptuell inspirierten Fotografie, zu sehen – schonungslose, realistische „Seitenhiebe“. 1945 im kalifornischen Newport Beach geboren, hat er mit seinem minimalistischen Formenvokabular eine neue Landschaftsfotografie entwickelt, bei der er sich vor allem mit den negativen Seiten des wirtschaftlichen Wachstums auseinandersetzt, und auch, gleichlaufend, die Anti-Vietnam-Proteste wachsam mit der Kamera einfängt. Lewis Baltz wurde als erster Fotograf in die berühmte Galerie von Leo Castelli in New York aufgenommen und war 1975 unter anderem mit Bernd und Hilla Becher an der wegweisenden Ausstellung „New Topographics“, die diese neue Landschaftsfotografie begründete, beteiligt.

Die Ausstellungen sind zu sehen bis 4. November, täglich außer montags von 11 bis 18 Uhr, donnerstags von 11 bis 20 Uhr. Im Internet: www.kestnergesellschaft.de, Öffnungszeiten in der NORD/LB art gallery: dienstags bis sonntags von 12 bis 18 Uhr.

Sieht nicht so aus, ist aber aus Holz: Anthony Craggs Skulptur „Versus“ ist 2,80 Meter hoch, 2,95 Meter breit und hat einen Umfang von rund einem Meter. Foto: Michael Richter



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