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Kunstsammler Ernst-Joachim Sorst hat dem Sprengel Museum Grafiken des 20. Jahrhunderts geliehen

Aus dem Dornröschenschlaf geweckt

Hannover. Früher war es eigentlich ein Nebenschauplatz im Sprengel Museum: das sogenannte „Graphische Kabinett“, in dem die kleinen, wertvollen Kunstwerke schlummern mussten. Selten wurden diese Blätter gezeigt, denn sie waren lichtscheu. Doch jetzt können alle Grafik-Fans sich erfreuen an den Ausstellungen „Von Kollwitz bis Picasso“ und „Edvard Munch. Der grafische Bestand“.

veröffentlicht am 27.09.2013 um 12:56 Uhr
aktualisiert am 28.10.2016 um 01:41 Uhr

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Autor:

Klaus Zimmer
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Und das hat seinen Grund. Der hannoversche Unternehmer Ernst-Joachim Sorst (1931 bis 2012), ein leidenschaftlicher Kunstsammler, verfügte, dass diese Blätter, von denen er sich zu Lebzeiten nicht trennen mochte, nach seinem Tode der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden sollten. Nun haben die Söhne Bernhard und Harald Sorst diese Sammlung dem Sprengel Museum als Dauerleihgabe übergeben.

So steht nun der Besucher vor einer unglaublich faszinierenden Grafik-Schau aus dem 20. Jahrhundert. Vom Linolschnitt zum Holzschnitt, vom Tiefdruck, der Ätzung zur Aquatinta oder der Kaltnadel und vor allem der Lithografie. Wer kennt schon die vielen hilfreichen Werkzeuge, aus denen so Wunderbares entstehen konnte?

Mit einer bunten Palette unterschiedlichster Persönlichkeiten bringen sich wieder so manche in Vergessenheit geratene Künstler in Erinnerung. Und man beginnt vor Käthe Kollwitz’ Radierung aus dem Zyklus „Weberzug“ von 1897, es folgt eine soziale Anklage wie Ernst Barlachs Steinzeug-Arbeit „Schlafendes Bauernpaar“, um 1912, neben dem lebensbejahenden Kreide-Litho „Maria Orska“, 1923, eines Oskar Kokoschka. Beißend und sarkastisch das Litho „Zu Hause“, 1922, von George Grosz und auch Otto Dix, dessen Physiognomien von Täter und Opfer, wie „Kindermord zu Bethlehem“, 1960, sich vom eigenen Erlebnis her für den Expressionismus entschied, oder Horst Janssen, mit dem großen Litho „Der Dicke“, 1956, in seiner damals strengen Linienführung, während er mit seinem Farbholzschnitt „Liegender Akt mit Katze“, auf die gleiche Flächen betonende Handschrift bei HAP Grieshabers „Katze und Vogel“, 1966, trifft.

Gerhard Marcks, von Sorst wohl besonders geschätzt, ist mit einer Serie faszinierender Holzschnitte, mit zwei Bronzen und einem Tonmodell dabei. Und wie sein Künstlerkollege Erich Heckel gehört auch Karl Schmidt-Rottluff zu den Gründungsmitgliedern der „Brücke“. Mit seinem Holzschnitt „Frau mit aufgelöstem Haar“, 1913, bekennt er sich zur klaren Formensprache. Ganz gegensätzlich dann wieder Marc Chagall: Dessen visionäre Farbradierung „Eva wird von Gott verdammt“ aus dem Jahr 1960 zeigt sich im besonderen Kontrast zu Pablo Picassos Radierung „Minotaure vaincu“ von 1933. Das war eine kleine Auswahl von fünfzig Arbeiten auf Papier.

Die Ausstellung der Grafiken im Sprengel Museum Hannover ist zu sehen bis 2. Februar 2014.

Auch Pablo Picassos Radierung „Minotaure vaincu“ von 1933 ist Bestandteil der Ausstellung.

Michael Herling/Benedikt Werner



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