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Susanne Kronenbergs amüsante Reise in die Jahre 1950 bis 1970

Auf Spurensuche in Hameln

Von Bernd Bruns

veröffentlicht am 23.04.2010 um 11:55 Uhr
aktualisiert am 02.11.2016 um 01:41 Uhr

„Wir Hamelenser“ heißt Susanne Kronenbergs Anekdoten
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Hameln. Schon Geschichte, aber immer noch lebendig: Eine ehemalige Vikilu-Schülerin, Susanne Ziegler, jetzt Kronenberg, lässt ihre Heimatstadt nicht los. Aus eigener Erinnerung und nach Archivarbeit vor Ort veröffentlichte sie jetzt ihre „Geschichten und Anekdoten aus Hameln“. In 16 kleineren Kapiteln lässt sie Hamelner Themen und Ereignisse lebendig werden. Sechs dieser informativen, aber auch kurzweiligen Geschichts-Berichte trug sie am Donnerstagabend in der Buchhandlung Matthias vor.

Natürlich durfte Hamelns Symbolgestalt, der Rattenfänger, nicht fehlen: Einmal der Rückblick auf das Rattenfängerspiel vom Tanz- zum Schauspiel – und der kürzliche Tod Friedrich Flügges erinnert daran. Dann die Auseinandersetzung um das Rattenfängerdenkmal (1967 bis 1975); schließlich wird der zweite Preis, der Entwurf von Karl Ulrich Nuss, verwirklicht, aber nicht auf dem Pferdemarkt, sondern vor dem jetzigen Rathaus. Und drittens wurde Carl Zuckmayers Rattenfängerdrama gedacht, das 1964 durch eine Begegnung zwischen dem Hamelner Verleger Günther Niemeyer und dem Dramatiker angeregt, aber erst 1974 vollendet und 1975 in Hameln aufgeführt werden konnte.

Auch die Kontroverse um das Modellvorhaben Altstadtsanierung wurde in Erinnerung gerufen, als nach heftigem Protest einer Bürgerinitiative eine Teilrevision der Flächensanierung erreicht werden konnte. Dann widmete sich Susanne Kronenberg der Kaffee-Kultur in Hameln um 1950 und erinnerte an den grünen Kaffee (mit Aussicht), gefärbt durch das Zisternenwasser des Restaurants Klütturm, das damals noch nicht an die öffentliche Wasserversorgung angeschlossen war. Zum Schluss ihrer Lesung nahm sie die Straßenschilderposse aufs Korn, als 1975 aufgrund von EDV-Vorgaben die (Vor-)Namen gekürzt wurden und statt „Senior-Schläger-Platz“ nur der rabiate „Schlägerplatz“ übrig blieb.

Insgesamt faktenreiche, aber auch amüsante Ein- und Rückblicke in Hamelner Spezifika, die nur ein Insider formulieren kann: mit Wohlwollen und Schmunzeln, zugleich aus erlebter Nähe und recherchierter Distanz.



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