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„Liebe und Krieg“ auf dem Hanomag-Gelände

Auf eigene Gefahr

Hannover. Noch fahren Bauarbeiter ihre Maschinen durch das leergeräumte Areal. Nur eine kleine Holzbühne verweist darauf, was in einigen Tagen in der alten Industriehalle geschehen wird. Hier, in der Hanomag-Halle 1, wo während des Zweiten Weltkrieges Panzer und Granaten gebaut wurden, wird am Mittwoch, 29. August, unter der Regie von Olga Motta die Inszenierung „Liebe und Krieg“ mit namhaften Künstlern wie Countertenor Kai Wessel und Sopranistin Ana Durlovski aufgeführt werden. Ausgewählte Arien Georg Friedrich Händels, dem es wie keinem nach ihm gelang, menschliche Abgründe in Töne zu fassen, wurden neu zusammengestellt und erzählen eine eigene Geschichte über die Euphorie und das Leid des Krieges.

veröffentlicht am 20.08.2012 um 17:14 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 23:41 Uhr

Autor:

Nina Ziesemer
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Olga Motta dürfte den Hannoveranern bestens bekannt sein. Ihre Mozart-Inszenierung „Lucio Silla“ wurde von der „Gesellschaft der Freunde des Opernhauses“ 2006 zur Aufführung des Jahres gewählt. Die gebürtige Berlinerin denkt gern an die Zeit in Hannover zurück und bekennt: „Liebe und Krieg“ sei für sie „wie nach Hause kommen“. Dabei kam die Bühnenbildnerin eher zufällig zur Regie. Geholt hatte sie damals Produzentin Danya Segal. Von da an ist sie bei beiden geblieben: der Regie und dem Team um Segal. „Liebe und Krieg“ ist der zweite Teil ihrer gemeinsamen Händel-Trilogie, die im vergangenen Jahr mit „Eifersucht“ begann und im kommenden Jahr mit „Ewigkeit“ enden wird.

Das Spielen an ungewöhnlichen Orten gehört zum Konzept. Nicht nur, weil Räume wie die denkmalgeschützte Industriehalle ganz besonders wirken, sondern auch, weil so Publikum angesprochen wird, das kein Opernhaus betritt. So haben sich die Bauarbeiter bereits ihre Karten gesichert. Allerdings bringt die besondere Kulisse auch manches Hindernis mit sich. Das Betreten der Feuertreppen etwa geschieht auf eigene Gefahr. Die Musiker aber scheinen sich hiervon nur wenig beeindrucken zu lassen.

Auch das Thema könnte sicher leichter gewählt sein, wenn auch nicht weniger aktuell. „Liebe und Krieg“ zeigt, dass der Krieg keine Gewinner kennt. Das mache das Thema für sie zu einem „persönliches Anliegen“, sagte Motta – neben der Musik.

Eintrittskarten für „Liebe und Krieg“ gibt es im Künstlerhaus für 25 Euro.



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