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Von der Nordsee an die Weser: Stanfour lieferten in der Sumpfblume Rockhymnen des Mainstreams

Auf der Erfolgsspur sind sie Spaziergänger

Hameln. Es ist gar nicht so einfach mit dem großen Durchbruch: Er ist wie ein Haus ohne Türen, dessen Klingel ganz versteckt und nur durch einen Geheimcode zugänglich ist. Stanfour sind schon einige Male um den Block gelaufen, klopfen inzwischen an der richtigen Stelle, kennen Bruchstücke des Passworts und sind beinahe durch ein Kellerfenster eingestiegen – doch nur fast.

veröffentlicht am 13.03.2009 um 23:00 Uhr
aktualisiert am 03.11.2016 um 09:41 Uhr

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Autor:

Julia Marre
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Es ist aber auch gar nicht schwierig mit dem großen Durchbruch: Man angelt sich die Produzenten von Bon Jovi oder Pink, schnappt sich publikumswirksam eine „Pop-stars“-Kandidatin fürs Duett, spielt im Vorprogramm von John Fogerty oder den Backstreet Boys und komponiert in Los Angeles Songs für bekannte US-Sänger, die aus Castingshows kommen. Und – zack – landen die eigenen Singles in den Top 25 der deutschen Charts.

Zwischen Newcomer- und Stardasein

Dass zum Konzert von Stanfour am Donnerstagabend in der Sumpfblume trotzdem nur 230 Besucher kommen, ist zwar schade. Doch es gehört wohl dazu für Bands, die – irgendwo zwischen Newcomer- und Stardasein – (noch) als Tramper auf dem Highway des Erfolgs unterwegs sind. Dabei haben die Wyker, die auf Föhr neben Strandhafer und bei Möwengeschrei im Studio stehen, durchaus Potenzial. Denn sie sind keine Musiker, die versuchen zu modeln, und glücklicherweise auch keine Models, die versuchen zu musizieren – sondern authentische Rockbuben: ambitioniert, talentiert, beliebt. Da haut sich Sänger Konstantin während des Auftritts überschwänglich das Mikro gegen die Lippe, fühlt sich „leicht lädiert“ und bastelt daraus eine sympathische Moderation für den nächsten Titel. Das ist nett. Doch genau das ist das Problem.

Zurecht zelebriert: „For All Lovers“

Auch wenn Stanfour mit den 15 Songs ihrer „Wild Life“-Tour erstaunlich gut rocken, wuchtig klingen und dabei noch abwechslungsreich sind – ungezähmter Rock’n’ Roll geht irgendwie anders. Die Ballade „Desperate“ klingt wie eine Flut an Gefühlen bei Windstärke Eins. Das ruhige „Lonely Life“ bringt die Mobiltelefone als neuerliche Konkurrenz der Feuerzeuge im Saal zum Schunkeln. Und das wirklich gut gemachte „For All Lovers“ ist der Vorzeige-Mainstreamtitel, der im Radio durchzelebriert wird. Ein atemberaubendes Konzert garantiert das allein leider nicht. Aber immerhin basteln Stanfour daraus einen kurzweiligen Musikabend, von dem Dutzende Kameras festhalten, was festzuhalten ist. Und irgendwann klappt’s vielleicht auch mit dem Kellerfenster…

Viele Fotos vom Stanfour-Konzert gibt’s im Internet auf www.dewezet.de.

„It’s not over“, singt Stanfour-Sänger Konstantin. Mit dem Traum vom Leben als Rockstar kommen die Musiker gut voran – in Los Angeles produzieren sie, in Deutschland leben sie.

Foto: are



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