weather-image

Auch noch Überstunden gefordert

Von Sabine Brakhan

Hameln. „Das machste jetzt noch mal!“, „Nee, das geht so nicht“ oder „Das sagst du an dieser Stelle sonst nie!“ – der Souffleuse würden wohl die Haare zu Berge stehen, denn weder Textpassagen noch Absprachen scheinen Jens Lehrich und Frank Bremser heilig zu sein. Doch auf einen Einsatzleiter am Bühnenrand können Hans Werner Baumann und Alfred Clausen bei ihrem Klamauk im Hasenkostüm, den DDR-Kalauern und Beamten-Witze ohne Probleme verzichten, nicht aber auf ihr Heiligtum: die Kaffeemaschine. Das Beamten-Duo improvisiert, bis der Amtsschimmel wiehert.

veröffentlicht am 23.01.2011 um 13:06 Uhr
aktualisiert am 01.11.2016 um 04:41 Uhr

Kultur
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Von Sabine Brakhan

Hameln. „Das machste jetzt noch mal!“, „Nee, das geht so nicht“ oder „Das sagst du an dieser Stelle sonst nie!“ – der Souffleuse würden wohl die Haare zu Berge stehen, denn weder Textpassagen noch Absprachen scheinen Jens Lehrich und Frank Bremser heilig zu sein. Doch auf einen Einsatzleiter am Bühnenrand können Hans Werner Baumann und Alfred Clausen bei ihrem Klamauk im Hasenkostüm, den DDR-Kalauern und Beamten-Witze ohne Probleme verzichten, nicht aber auf ihr Heiligtum: die Kaffeemaschine. Das Beamten-Duo improvisiert, bis der Amtsschimmel wiehert. Ganz zur Freude des Hamelner Theaterpublikums, das sich bereits zum wiederholten Mal als eingeschworene Gemeinschaft echter „Käffchenfreunde“ erwies.  Was als Radioprogramm begann und nach wie vor Morgen für Morgen für Erheiterung auf den Ätherwellen sorgt, hat sich auf der Bühne ebenfalls längst bewährt und so tat es das Hamelner Theater den großen Fernsehsendern gleich und setzte auf Wiederholung des Bewährten, schließlich war die Vorstellung vor etwas über einem Jahr bereits ein gut besuchter Volltreffer im Programm.
 Es gibt Pärchen, die gehören einfach zusammen, so wie Romeo und Julia, Schrauben und Muttern, aber auch Neddelhastedtfeld und Brumkow, „Westfuzzi“ und „Zonendödel“ und eben Baumann und Clausen. Und es gibt Wiederholungen, die kann man sich ohne Reue mehrmals anschauen, ohne dass Langeweile aufkommt. „Baumann und Clausen: Die Wende in 90 Minuten. Eine deutsch-deutsche Freundschaft“ ist ein solches Stück, nicht zuletzt dank des überaus humorvoll und feinsinnig beobachteten und dargestellten Beamtendaseins in der mittlerweile vereinten Republik von „Zonendödel“ Oberamtsrat Alfred Clausen aus dem Bauamt von Neddelhastedtfeld und dem „Westfuzzi“ Hans Werner Baumann, als Sachbearbeiter im Passamt.  Mit Zufriedenheit konnte das Publikum feststellen, dass „Hawe“ in den zurückliegenden Monaten offensichtlich immer noch nicht gelernt hatte, dass zwischen Schrauben und Muttern ein kleiner Unterschied besteht, den man aber ohne Pathos à la Romeo und Julia zu klären hat. Alles im Sinne des Bildungsauftrages, was sollen denn die Kinder im Publikum denken, schließlich wird auch niemand behaupten, der Hamelner Rattenfänger hätte es auf die Mäuse abgesehen, wie im korrekten Beamtenstil klargestellt werden musste. Und dann forderte das Publikum mit tosendem Applaus auch noch Überstunden…



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare

    Kontakt

    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt