weather-image
12°
Kulinarisch wertvoll: Die Kino-Komödie „Julie & Julia“

Auch ein blindes Huhn macht mal einen Braten…

Es ist die wahre Geschichte zweier Amerikanerinnen, die sich der französischen Küche verschrieben haben. Da ist Julia Child, über 40 Jahre alt, die in Paris ihre Leidenschaft fürs Kochen entdeckt. Als einzige Frau schreibt sie sich an einer Schule für Profiköche ein. Schon bald überflügelt sie mit ihrem Enthusiasmus die Männer. Julia schreibt ein Buch: „Mastering the Art of French Cooking“, bekommt in den 50er Jahren eine Fernsehshow und avanciert zur bedeutendsten Köchin Amerikas. In der Zwischenzeit hat der Zuschauer Julie Powell kennengelernt, die im New Yorker Stadtteil Queens der Gegenwart als Telefonistin im Großraumbüro arbeitet. Als ihr Julia Childs berühmtes Buch in die Hände fällt, beschließt sie, alle 524 Rezepte in 365 Tagen nachzukochen. In einem Internet-Blog hält sie ihre Erfahrungen fest. Und bekommt nach Anlaufschwierigkeiten immer mehr Feedback – bis Julie ihr großes Vorbild kennenlernen will.

veröffentlicht am 02.09.2009 um 23:00 Uhr
aktualisiert am 02.11.2016 um 21:41 Uhr

Durch Meryl Streeps Darstellung der Köchin Julia Child sind die

Autor:

Michael Ranze
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

„Julie & Julia“ beruht auf dem Buch von Julie Powell, das Nora Ephron – seit „Schlaflos in Seattle“ Fachfrau für angenehme Unterhaltung – für die Leinwand adaptierte. Der Film schneidet zwischen beiden gegensätzlichen Erzählebenen hin und her. Auf der einen Seite das mythisch verklärte Paris, das an „Die fabelhafte Welt der Amelie“ erinnert. Auf der anderen Seite das kühle Queens, in dem es schwierig ist, sein Glück zu machen.

Der wichtigste Unterschied liegt aber in den Charakteren der Frauen begründet. Julia Child ist ein Ausbund an Lebensfreude; Meryl Streep spielt sie als liebenswerte Exzentrikerin. Amy Adams hingegen, die man als bezaubernde und komische Schauspielerin kennt, hat die undankbarere Rolle: unzufrieden, ehrgeizig und opportunistisch.

Schade nur, dass der Film selten die Faszination des Kochens und den Genuss des Essens vermittelt, so wie in Itamis „Tampopo“. Leidenschaftslos kocht Julie die Rezepte nach, geschlossene Augen gelten als Ausdruck höchster Zufriedenheit. Zumindest in den Paris-Szenen gelingt Ephron das Porträt einer Frau, die sich selbst verwirklicht.

„Julie & Julia“ läuft zurzeit täglich im Maxx-Kino um 15.15, 17.45 und 20.15 Uhr, Freitag und Samstag auch um 23 Uhr.



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare

    Kontakt

    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt